21 April 2026, 06:18

Industrie warnt vor irreversiblen Schäden ohne politische Reformen auf der Hannover Messe 2024

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrikhalle mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfosten, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Industrie warnt vor irreversiblen Schäden ohne politische Reformen auf der Hannover Messe 2024

Deutsche Industrieführer fordern auf der Hannover Messe 2024 dringend politische Reformen

Bertram Kawlath, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), warnte auf der diesjährigen Hannover Messe, dass ohne schnelles Handeln der Schaden für die Branche langfristig und irreversibel werden könnte. Seine Äußerungen fallen in eine Phase nachlassenden Optimismus zu Beginn des Jahres 2026 – trotz früherer Anzeichen einer Erholung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Noch bis Ende 2025 hatte sich die Stimmung in der Wirtschaft schrittweise verbessert. Doch zu Jahresbeginn 2026 trübten wachsende Risiken, darunter geopolitische Spannungen, die Zuversicht ein. Der VDMA prognostiziert nun nur noch ein Wachstum von einem Prozent in der Maschinen- und Anlagenbauproduktion für das laufende Jahr. Gleichzeitig rechnet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) mit einem Produktionsplus von zwei Prozent – vorausgesetzt, die Lage im Iran stabilisiert sich bis Mitte 2026.

Kawlath kritisierte die Politik scharf für ihre Fixierung auf kurzfristige Lösungen. Er forderte niedrigere Unternehmenssteuern, eine Deckelung der Sozialabgaben sowie flexiblere Regelungen zur Wochenarbeitszeit. Zudem sprach er sich für eine Anhebung des Renteneintrittsalters aus. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI, unterstützte diese Forderungen und mahnte die Politik, den Stau bei längst überfälligen Reformen endlich zu beseitigen.

Trotz der Herausforderungen sieht die Industrie Chancen im Rüstungssektor. Der VDMA erwartet, dass die Umsätze mit verteidigungstechnischen Aufträgen sich innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln könnten. Die geplanten Millardeninvestitionen in die Landesverteidigung gelten als wichtiger Wachstumsmotor.

Die Warnungen von der Hannover Messe spiegeln die wachsende Verärgerung der Industrievertreter wider. Ohne Kurskorrektur in der Politik, so ihre Botschaft, drohe dem deutschen Produktionsstandort ein dauerhafter Schaden. Während Rüstungsausgaben als einer der wenigen Lichtblicke gelten, werden umfassende wirtschaftspolitische Reformen als unverzichtbar für eine nachhaltige Erholung angesehen.

Quelle