Göttinger Bildungsfirma im Korruptionsskandal: Ex-Mitarbeiter wegen Bestechung angeklagt
Elsa JunckAfrikanische Minister bestochen? Fünf Männer angeklagt - Göttinger Bildungsfirma im Korruptionsskandal: Ex-Mitarbeiter wegen Bestechung angeklagt
Fünf ehemalige Mitarbeiter eines Göttinger Unternehmens für Bildungsbedarf müssen sich wegen Bestechungsvorwürfen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, afrikanischen Amtsträgern Schmiergelder, Bargeld und Geschenke für die Vergabe von Aufträgen angeboten zu haben. Mit einem Prozessbeginn vor dem Landgericht Göttingen ist frühestens 2027 zu rechnen.
Zu den Angeklagten zählen ein 69-jähriger ehemaliger Geschäftsführer, ein 61-jähriger kaufmännischer Direktor sowie ein 85-jähriger Mitgeschäftsführer. Zudem sind zwei Regionalmanager im Alter von 73 und 55 Jahren belastet. Das Unternehmen Phywe Systeme bestreitet die Vorwürfe und betont die Unschuldsvermutung für die Beschuldigten.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Geschäfte in Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo. In Nigeria sollen Aufträge über Labor- und Lehrmaterialien im Wert von 1,6 Millionen und 3,3 Millionen Euro an die Universität Ilorin und sechs weiterführende Schulen durch Bestechung zustande gekommen sein. Laut Anklage erhielten Beamte Zahlungen, um die Käufe zu genehmigen.
In der Demokratischen Republik Kongo sollen die Angeklagten Minister bestochen haben, um an Aufträge zu gelangen. So wurde Laborausstattung im Wert von 950.000 Euro an die Universität Kinshasa geliefert. Ein weiterer Deal über Schulmaterialien für 36 Einrichtungen – vermittelt über einen belgischen Händler – hatte ein Volumen von 2,5 Millionen Euro.
Das Unternehmen erklärt, dass keiner der Beschuldigten mehr dort beschäftigt sei. Zudem seien strengere Kontrollmechanismen eingeführt worden, um künftige Verstöße zu verhindern.
Im Prozess wird es auch um die angeblichen Bestechungszahlungen gehen, darunter Bargeld, Laptops und Reisen nach Deutschland. Mit einer Verhandlung ist vor 2027 nicht zu rechnen. Das Urteil könnte künftig Auswirkungen darauf haben, wie Bildungsaufträge vergeben werden.






