Geteilte Urteile: Warum ein VW-Manager unrechtmäßig entlassen wurde – und der andere nicht

Elsa Junck
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Luftaufnahme eines rauchenden Werks mit umliegenden Gebäuden, Bäumen und Fahrzeugen auf der Straße, mit dem Text "Generaldirektion und Werke, North Tonawanda, New York" unten.Elsa Junck

VW-Manager fordern Millionen - Rechtsstreit um Kündigungen - Geteilte Urteile: Warum ein VW-Manager unrechtmäßig entlassen wurde – und der andere nicht

Ein deutsches Arbeitsgericht hat über die Kündigungen zweier ehemaliger Volkswagen-Manager entschieden und dabei in einem brisanten Rechtsstreit geteilte Urteile gefällt. Die Entlassung eines Führungskräfte wurde wegen einer versäumten Frist als unrechtmäßig eingestuft, während die Kündigung des anderen wegen der Weitergabe vertraulicher Dokumente bestätigt wurde. Beide streben nun Schadensersatzklagen in Millionenhöhe gegen den Autokonzern an.

Das Arbeitsgericht Braunschweig urteilte, dass Volkswagen den ersten Manager durch eine fristlose Kündigung zu Unrecht entlassen hatte. Das Unternehmen hatte die gesetzliche Zwei-Wochen-Frist für eine solche Maßnahme nicht eingehalten, wodurch die Kündigung unwirksam wurde. Im Fall des zweiten Managers bestätigte das Gericht jedoch die Rechtmäßigkeit der Entlassung: Die Übermittlung interner Unterlagen an das Landeskriminalamt (LKA) stelle eine schwere Pflichtverletzung dar.

Hintergrund des Streits sind Vorwürfe, beide Führungskräfte hätten ohne Erlaubnis interne Prüfberichte zu den Modellen Crafter und Grand California an Medien und Behörden weitergegeben. Volkswagen argumentierte, diese Offenlegungen hätten dem Unternehmen geschadet und rechtfertigten die Entlassungen. Das Gericht folgte dieser Argumentation im zweiten Fall und urteilte, die Weiterleitung von Dokumenten an das LKA sei unzulässig und eine grobe Verletzung der dienstlichen Pflichten des Managers gewesen.

Im Fall des ersten Managers stützte sich das Urteil auf formale Fehler und nicht auf die inhaltliche Berechtigung der Vorwürfe. Der zweite Fall geht nun in eine Beweisaufnahmephase, um weitere Details der Kündigung zu klären. Unterdessen verfolgen beide ehemalige Manager separate Klagen gegen Volkswagen und fordern Millionenentschädigungen wegen angeblicher Verleumdung und finanzieller Verluste.

Die Urteile belasten Volkswagen mit anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen, da die beiden Führungskräfte weiterhin auf hohe Entschädigungszahlungen drängen. Die Entscheidungen des Gerichts unterstreichen die Komplexität von Whistleblowing und Vertraulichkeit in unternehmensrechtlichen Konflikten. Eine endgültige Klärung im zweiten Fall steht noch aus, während die Beweislage geprüft wird.

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