Gerichtsstreit: Warum Volkswagen Zentrum den Werkzugang verweigert
Margret auch SchlauchinAfD-naher Gewerkschaftsverband klagt gegen VW vor Arbeitsgericht - Gerichtsstreit: Warum Volkswagen Zentrum den Werkzugang verweigert
Ein Rechtsstreit zwischen Volkswagen und der Organisation Zentrum landet vor Gericht. Die selbsternannte "alternative Gewerkschaft" wurde der Zugang zu einem Volkswagen-Werk in Niedersachsen verwehrt. Das Unternehmen argumentiert, Zentrum fehle die rechtliche Legitimation, um Tarifverträge auszuhandeln.
Zentrum wurde 2009 von Beschäftigten des Mercedes-Benz-Werks in Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Später weitete sich die Organisation auf andere Daimler-Standorte aus und errang 2010 erfolgreich Sitze im Betriebsrat. Nun versucht die Gruppe, bei Volkswagen AG Fuß zu fassen.
Die Organisation fordert Zugang zu den Volkswagen Group Services in Isenbüttel, wo sie Betriebsratsvertreter wählen möchte. Volkswagen verweigerte jedoch den Zutritt mit der Begründung, Zentrum verfüge nicht über die notwendige Tariffähigkeit. Die Gruppe hat daraufhin Berufung eingelegt, woraufhin eine Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Hannover ansteht.
Der Fall wird am 12. Mai 2023 verhandelt. Bei den diesjährigen Betriebsratswahlen unternimmt Zentrum den ersten Versuch, bei Volkswagen in Niedersachsen eigene Kandidaten aufzustellen. Anders als klassische Gewerkschaften tritt die Gruppe nicht als gewerkschaftsnahe Liste an, sondern als unabhängige Mitarbeiterinitiative.
Zentrum steht wegen mutmaßlicher Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD in der Kritik. Volkswagen hat seine vollständigen juristischen Argumente gegen den Zugang der Gruppe bisher nicht öffentlich dargelegt.
Die Gerichtsentscheidung wird darüber bestimmen, ob Zentrum seinen Wahlkampf bei Volkswagen AG fortsetzen darf. Bei Erfolg könnte die Gruppe einen Einfluss im Betriebsrat des Konzerns erlangen. Das Urteil könnte zudem Präzedenzcharakter für die Behandlung alternativer Arbeitnehmerorganisationen in deutschen Arbeitskonflikten haben.






