Geisterrad in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Fahrradunfall an sichere Straßen
Margret auch SchlauchinGeisterrad in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Fahrradunfall an sichere Straßen
Geisterrad in Zwintschöna erinnert an tödlichen Unfall – ADFC fordert sichere Straßen
An der Friedrichsbad-Kreuzung in Zwintschöna ist ein Geisterrad aufgestellt worden – ein weiß gestrichenes Fahrrad, das an den Tod eines 64-jährigen Radfahrers im Juni erinnert. Es dient zugleich als Mahnmal und als Appell für mehr Verkehrssicherheit. Aktivisten fordern nun dringend Veränderungen, um weitere Tragödien zu verhindern.
Der Unfall ereignete sich am 20. Juni 2025, als der Radfahrer mit einem Auto zusammenstieß, das von einer 56-jährigen Frau auf der Landesstraße 167 gesteuert wurde. Die Straße, die Halle-Reideburg mit Zwintschöna verbindet, erlaubt derzeit Tempo 100 – eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) als unnötig gefährlich kritisiert.
Der ADFC wirft dem Landesbetrieb Straßenbau Sachsen-Anhalt (LSBB) vor, auf Landesstraßen keine Radwege anzulegen und Radfahrer damit schutzlos zurückzulassen. Die Forderungen der Initiative umfassen eine sofortige Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h an der Kreuzung Reideburger Straße/Am Friedrichsbad sowie den Bau eines physisch abgetrennten Radwegs entlang der Landesstraße 167, um Radfahrer vor dem schnellen Autoverkehr zu schützen.
Geisterräder wie das in Zwintschöna sind Teil einer weltweiten Bewegung. Sie erinnern schweigend an die Opfer im Straßenverkehr und fordern die Behörden auf, das Konzept Vision Zero umzusetzen – das Ziel, Verkehrstote und schwere Verletzungen vollständig zu vermeiden. Der ADFC warnt: Ohne Handeln werde Sachsen-Anhalt Radfahrer weiter auf hochfrequentierten Landstraßen gefährden.
Bisher ist dies das einzige dokumentierte Geisterrad in der Region. Seine Präsenz unterstreicht, dass strukturelle Veränderungen nötig sind – nicht nur temporäre Gedenkstätten.
Die Aufstellung des Geisterrads in Zwintschöna lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Sicherheitsrisiken für Radfahrer in Sachsen-Anhalt. Die Forderungen des ADFC nach Tempolimits und separaten Radwegen bleiben jedoch unerfüllt – und setzen Radfahrer weiterhin unnötigen Gefahren aus. Ohne Gegenmaßnahmen, so die Warnung der Aktivisten, könnte es auf Straßen wie der Landesstraße 167 weitere Todesopfer geben.






