07 April 2026, 10:22

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und Intransparenz vor

Anzeige für einen Zug mit einem Zugbild, Text 'Dresdner Transport & Lagerhaus-Akt-Ges' und ein paar Gebäude im Hintergrund.

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und Intransparenz vor

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) wegen ihrer undurchsichtigen Finanzstrukturen scharf kritisiert. In einem Interview mit Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility bezeichnete er das Unternehmen als eine "Geldwäschemaschine". Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der DB-Chefin Evelyn Palla einen umfassenden Umstrukturierungsprozess des Konzerns vorantreibt.

Reißen stellte zudem jüngste Personalentscheidungen infrage, insbesondere die Berufung der Finanzvorständin Karin Dohm, die er als "offensichtlich unqualifiziert" für die Position bezeichnete.

Der Gewerkschafter verwies auf langjährige Probleme in den Finanzstrukturen der Bahn. Er warf dem Unternehmen vor, interne Leistungen untereinander in Rechnung zu stellen und eine übermäßige Zahl an Tochtergesellschaften geschaffen zu haben. Auf dem Höhepunkt zählte die DB über 1.000 Beteiligungen, mittlerweile ist die Zahl auf knapp unter 600 gesunken.

Reißen räumte zwar Fortschritte unter Pallas Führung ein und lobte insbesondere ihre Entscheidung, den Vorstand um die Hälfte zu verkleinern und die ehemalige Vorständin Sigrid Nikutta zu entlassen. Diese Maßnahmen, so seine Argumentation, könnten die Betriebsergebnisse der Bahn verbessern und die Produktivität steigern. Dennoch forderte er von Palla noch entschlossenere Schritte.

Der Gewerkschaftsführer warnte zudem, dass die Einstellung Dohms voraussichtlich zu weiteren Kontroversen und zusätzlichen Kosten für die Steuerzahler führen werde. Zwar unterstütze er Pallas grundsätzliche Reformbemühungen, doch frustriere ihn die aus seiner Sicht weiterhin bestehende Ineffizienz im Konzern.

Reißens Kritik erhöht den Druck auf die Bahn in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Ziel der Umstrukturierung ist es, die Abläufe zu vereinfachen und Kosten zu senken. Doch bleiben Bedenken hinsichtlich Transparenz und Führungsentscheidungen bestehen. Seine Aussagen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern über die Zukunft der staatlichen deutschen Bahn wider.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle