27 April 2026, 12:28

Fünf Monate Zwangshaft ohne Verurteilung: Mutter kämpft um Gerechtigkeit

Baby unter einer Wiege liegend mit einem Warnaufkleber auf der linken Seite.

Fünf Monate Zwangshaft ohne Verurteilung: Mutter kämpft um Gerechtigkeit

Anette W. ist nach fünf Monaten Zwangshaft aus der Frauenhaftanstalt Hildesheim entlassen worden. Sie war inhaftiert worden, weil sie sich angeblich geweigert hatte, ihre Tochter an den Vater des Kindes zu übergeben – obwohl sie angibt, ihm die Möglichkeit angeboten zu haben, das Mädchen abzuholen. Der Fall wirft Fragen zur Anwendung von Untersuchungshaft in Familienstreitigkeiten sowie zu den Haftbedingungen in deutschen Gefängnissen auf.

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Die rechtlichen Probleme von Anette W. begannen 2023, als sie mit ihrer Tochter von Hannover nach Frankfurt zog. Sie hatte versucht, das Sorgerecht gerichtlich zu klären, sah sich jedoch weiterhin mit Konflikten mit dem Vater des Mädchens konfrontiert.

Im November 2025 wurde sie in Frankfurt festgenommen und zunächst in einer Polizeizelle festgehalten. In den ersten Tagen hatte sie weder Bettwäsche noch Beschäftigungsmöglichkeiten. Später wurde sie in die Haftanstalt Hildesheim verlegt, wo sie auf schimmelnde Wände und einen chronischen Personalmangel stieß.

Ein Gericht verurteilte sie zu 150 Tagen Zwangshaft, obwohl sie nie wegen einer Straftat verurteilt worden war. Vor der Entscheidung fand keine persönliche Anhörung statt, und es sollen falsche Behauptungen über das Wohl ihrer Tochter aufgetaucht sein. Aufgrund ihrer Inhaftierung verlor Anette W. ihre Wohnung.

Am Freitagmorgen wurde sie entlassen und nahm umgehend an einem Gespräch mit dem Jugendamt teil. Dort entschied man, dass ihre Tochter bei ihr leben solle. Nach ihrem Martyrium unterstützt Anette W. nun Forderungen nach der Abschaffung von Zwangshaft in familienrechtlichen Fällen.

Nach Monaten in Haft ist Anette W. nun mit ihrer Tochter wiedervereint. Der Fall zeigt die Folgen von Zwangsmaßnahmen in Sorgerechtsstreitigkeiten und die Zustände in einigen deutschen Gefängnissen auf. Ihre Erfahrungen verstärken die wachsenden Rufe nach einer Reform des Umgangs mit Familienkonflikten im Rechtssystem.

Quelle