09 February 2026, 00:38

Fraunhofer WKI entwickelt biobasierte Klebstoffe als nachhaltige Alternativen für Bau und Industrie

Ein Papier mit Bildern von Gebäuden und Texten, die die größten und bestausgestatteten Hochleistungs-Holzbearbeitungsanlagen weltweit beschreiben.

Fraunhofer WKI entwickelt biobasierte Klebstoffe als nachhaltige Alternativen für Bau und Industrie

Forschende am Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI treiben die Entwicklung neuer Anwendungsmöglichkeiten für biobasierte Klebstoffe in Bauwesen und Industrie voran. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Materialien – von Holzprodukten bis hin zu Leichtbaukomponenten für die Mobilität. Mehrere Projekte zielen darauf ab, Abfallstoffe und natürliche Bindungskräfte in praxistaugliche Lösungen für die Industrie zu verwandeln.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Klebstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Wissenschaftler:innen entwickeln biologische Klebstoffe, die von Pilzen inspiriert sind, um aus Pflanzenabfällen Dämmmaterialien herzustellen. Ein weiteres Vorhaben untersucht Humine – ein Nebenprodukt bei der Herstellung des PET-Ersatzstoffs Polyethylenfuranoat (PEF) – als potenziellen Holzleim.

Das Institut erforscht zudem, wie sich natürliche Extrakte verschiedener Holzarten auf die Klebeeigenschaften auswirken. Diese Arbeiten unterstützen die Entwicklung holzspezifischer Klebstoffsysteme, darunter ein formaldehydfreier Kleber auf Basis von Lignin und Zuckeraldehyden.

Über Klebstoffe hinaus bewertet das Fraunhofer WKI die Qualität von durch Borkenkäfer geschädigtem Fichtenholz, um dessen Eignung für Holzwerkstoffe zu prüfen. Zudem testet das Team Holz-Beton-Verbundelemente (HBV-Elemente) als tragfähige Alternative zu Fertigbeton im mehrgeschossigen Bau.

Ein weiteres Projekt nutzt die natürlichen Bindungskräfte von Holz: Mithilfe biobasierter "Vorklebstoffe" wollen die Forschenden Holzfaserplatten ohne herkömmliche synthetische Kleber herstellen. Das am Institut ansässige, für tragende Holzbau-Klebstoffsysteme akkreditierte Prüfzentrum "Strukturelles Kleben" begleitet diese Entwicklungen.

Die Projekte am Fraunhofer WKI könnten den Weg zu nachhaltigeren Materialien in Bau und Industrie ebnen. Durch den Ersatz synthetischer Klebstoffe durch biobasierte Alternativen ließe sich die Abhängigkeit von erdölbasierten Produkten verringern. Gleichzeitig eröffnen die Erkenntnisse neue Möglichkeiten, Abfallstoffe und geschädigtes Holz in hochwertigen Anwendungen einzusetzen.

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