08 May 2026, 10:21

EU-Methanverordnung droht Verwässerung – Wirtschaftsdruck und politische Kompromisse

Eine Balkendiagrammdarstellung von Europas Abhängigkeit von russischem Erdgas mit Prozentangaben und Texten, die das Investitionsniveau angeben.

EU-Methanverordnung droht Verwässerung – Wirtschaftsdruck und politische Kompromisse

Die Methanverordnung der EU, die im August 2024 eingeführt wurde, steht nun vor möglichen Änderungen – nach Druck aus der Wirtschaft und von politischen Akteuren. Die Regelungen verpflichten Unternehmen, Methanemissionen entlang ihrer gesamten Lieferketten zu messen und zu reduzieren, einschließlich US-amerikanischer Gasproduzenten, die nach Europa exportieren. Doch aktuelle Vorschläge könnten die Durchsetzung abschwächen, was bei Umweltschützern auf Kritik stößt.

Ursprünglich sollten Verstöße gegen die Methanverordnung mit Bußgeldern, Gewinnabschöpfungen und öffentlichen Warnungen geahndet werden. Ein durchgesickertes, rechtlich nicht bindendes Arbeitspapier deutete jedoch auf mögliche Ausnahmen hin, die künftige Leitlinien prägen könnten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche argumentierte, eine zu strenge Umsetzung könnte die Gasversorgung gefährden. Behörden könnten nun Versorgungsrisiken prüfen, bevor sie Sanktionen verhängen.

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Die Regierung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hatte zuvor gefordert, die Verordnung vollständig abzuschaffen oder abzuschwächen. Auch Branchenverbände wie Eurogas hatten sich für Ausnahmen eingesetzt. Nach den aktuellen Regeln müssen US-Unternehmen Methanlecks bei der Förderung reduzieren, um Gas in Europa verkaufen zu dürfen. Sanktionen würden jedoch erst greifen, sobald sich die Marktbedingungen stabilisiert haben.

Die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus kritisierte die geplanten Ausnahmen scharf und bezeichnete sie als „katastrophale Reaktion auf den Druck aus den USA“. Sie warnte, dass eine Aufweichung der Regeln die Bemühungen untergraben könnte, die Emissionen im Energiesektor zu senken.

Die Methanverordnung bleibt zwar in Kraft, doch ihre Umsetzung könnte angepasst werden, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Eventuelle Änderungen würden erst nach einer weiteren Bewertung der Marktstabilität und politischen Verhandlungen beschlossen. Das Ergebnis wird entscheiden, wie streng Unternehmen die Methanreduktionsziele einhalten müssen.

Quelle