EU führt digitalen Identitätsnachweis ein – mehr Komfort, mehr Bedenken
Elsa JunckEU führt digitalen Identitätsnachweis ein – mehr Komfort, mehr Bedenken
Die EU bereitet die Einführung eines neuen digitalen Identitätssystems für alle Mitgliedstaaten vor. Unter dem Namen EU-Digitaler Identitätsnachweis (EU Digital Identity Wallet) soll es die Online- und Offline-Verifizierung vereinfachen. Nutzer können damit offizielle Dokumente verwalten und persönliche Daten über eine einzige sichere App steuern.
Die digitale Brieftasche baut auf dem bestehenden deutschen elektronischen Identitätssystem auf, das bereits in den Personalausweisen integriert ist. Sie ermöglicht es Bürgern, Bankkonten zu eröffnen, Dokumente digital zu unterschreiben und E-Rezepte abzurufen – ganz ohne Papierkram. Bis Januar muss jedes EU-Land eine eigene Version nach gemeinsamen technischen Standards bereitstellen.
Die Bundesdruckerei entwickelt das Backend, das die erforderlichen Personenidentifikationsdaten ausstellt. Gespeicherte Informationen werden verschlüsselt, doch gleichzeitig treibt die EU auch Überwachungsinstrumente wie die Client-seitige Überprüfung (Client-Side Scanning) voran. Eine Altersverifikations-App soll direkt mit dem digitalen Nachweis verknüpft werden – was bei Datenschützern auf Kritik stößt.
Datenschutzorganisationen warnen, das System könnte Massenüberwachung und Repression ermöglichen. Zwar ist die Nutzung zunächst freiwillig, doch Beamte erwarten eine zunehmende Verbreitung, da Bargeld zurückgeht und der digitale Euro an Fahrt aufnimmt.
Ab Januar soll der EU-Digitale Identitätsnachweis in allen Mitgliedstaaten starten. Er verspricht schnelleren Zugang zu Dienstleistungen und mehr Kontrolle über persönliche Daten. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich Überwachungsrisiken und der langfristigen Entwicklung hin zu einer verpflichtenden digitalen Verifizierung.






