19 April 2026, 04:19

Dulger warnt: Deutschlands teures Gesundheitssystem braucht dringend Reformen

Eine Zeichnung eines mehrstöckigen Gebäudes mit zahlreichen Fenstern und einem zentralen Schornstein, begleitet von teilweise sichtbarem Text auf demselben Papier.

Dulger warnt: Deutschlands teures Gesundheitssystem braucht dringend Reformen

Deutschlands Gesundheitssystem steckt in einer wachsenden Finanzkrise, warnt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Obwohl es das teuerste in Europa ist, entspricht die Qualität nicht den hohen Kosten. Die Gesundheitsfinanzkommission wird ihren Bericht am Montag der Bundesregierung vorlegen.

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Dulger fordert dringende Reformen, um steigende Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verhindern. Er schlägt einen sofortigen Ausgabenstopp vor und verlangt strengere Effizienzmaßnahmen, darunter den Abbau überflüssiger Krankenhauskapazitäten. Um die finanzielle Belastung zu verringern, regt er zudem die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner an – eine Maßnahme, die jährlich rund 3 Milliarden Euro einsparen könnte.

Das aktuelle System belastet die Staatsfinanzen stark: Der Staat zahlt monatlich 140 Euro pro Person an die Krankenkassen, was zu einem jährlichen Fehlbetrag von etwa 10 Milliarden Euro führt. Die Verwaltungskosten allein belaufen sich auf über 26 Milliarden Euro pro Jahr und verschärfen die Situation zusätzlich.

Dulger argumentiert, dass Leistungen ohne Versicherungsbezug nicht über Sozialabgaben, sondern aus Steuermitteln finanziert werden sollten. Zudem plädiert er für höhere Krankenkassenbeiträge von Bürgergeld-Empfängern. Seine Vorschläge zielen darauf ab, das System zu stabilisieren, bevor die Kosten weiter explodieren.

Der anstehende Bericht der Gesundheitsfinanzkommission wird voraussichtlich die nächsten Schritte der Regierung prägen. Falls umgesetzt, könnten Dulgers Empfehlungen den finanziellen Druck verringern. Allerdings würden die Reformen tiefgreifende Änderungen bei der Finanzierung und Verwaltung des Gesundheitssystems erfordern.

Quelle