DLG-Präsident erklärt Grünen Deal der EU für gescheitert – und schlägt radikale Alternative vor
Maximilian SchönlandDLG-Präsident erklärt Grünen Deal der EU für gescheitert – und schlägt radikale Alternative vor
Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), hat den Grünen Deal der EU als gescheitertes Experiment bezeichnet. Stattdessen wirbt er für einen neuen Ansatz, den er als nachhaltiges Produktivitätswachstum bezeichnet – ein Modell, das wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer Verantwortung verbindet. Seine Kritik kommt zu einer Zeit, in der Europa mit wachsenden Sorgen um seine politische, militärische und wirtschaftliche Position auf der globalen Bühne konfrontiert ist.
Paetow argumentiert, dass der Grüne Deal mit seinem starken Fokus auf Regulierung, erzwungene Verzichte und einer ablehnenden Haltung gegenüber Innovation nach hinten losgegangen sei. Statt messbare Erfolge zu bringen, habe die Politik die Wettbewerbsfähigkeit Europas geschwächt und die praktischen Bedürfnisse der Landwirte ignoriert. Sein Alternativkonzept, die Nachhaltige Produktivitätssteigerung, betrachtet Biodiversität und Klimastabilität als unverzichtbare Produktionsfaktoren – gleichberechtigt neben Boden, Arbeit und Kapital.
Anders als der Grüne Deal verlagert dieses Modell die Entscheidungsgewalt von den Regulierungsbehörden zurück zu Landwirten und Unternehmen. Paetow betont, dass echter Fortschritt durch technologische Innovationen und Digitalisierung erreicht werde – nicht durch politische Vorgaben. Gleichzeitig bleibe die Ernährungssicherheit ebenso wie Klimaschutz und Artenvielfalt zentrale Prioritäten, nun aber mit verstärkter Dringlichkeit für die wirtschaftliche und militärische Resilienz Europas. Angesichts des Scheiterns des Grünen Deals sieht Paetow eine Chance für die Landwirtschaft, die Kontrolle über ihre Zukunft zurückzugewinnen. Seine Vision ersetzt staatliche Zwangsmaßnahmen durch ein System, das Innovation und Wettbewerbsfähigkeit belohnt. Das Ziel – der Umweltschutz – bleibt dasselbe, doch der Weg dorthin ändert sich grundlegend: Im Mittelpunkt steht nun eine Produktivität, die Landwirte tatsächlich langfristig aufrechterhalten können.
Paetows Vorschlag deutet die agrarpolitischen Herausforderungen Europas nicht nur als Frage der Nachhaltigkeit, sondern vor allem als Produktivitätsproblem um. Durch die Priorisierung von lösungsorientierten Ansätzen der Landwirte und technologischem Fortschritt will er die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen, ohne die Klimaschutz- und Biodiversitätsziele aus den Augen zu verlieren. Dieser Kurswechsel markiert einen klaren Bruch mit der bisherigen EU-Strategie – und setzt auf Vertrauen in die Wirtschaft statt auf Regulierung.