Deutschlands Wasserstoff-Kernnetz wächst: Erste Pipelines sind bereits in Betrieb
Margret auch SchlauchinDeutschlands Wasserstoff-Kernnetz wächst: Erste Pipelines sind bereits in Betrieb
Deutschlands Wasserstoff-Kernnetz nimmt Gestalt an: Wichtige Abschnitte sind bereits in Betrieb, und bis 2032 sind weitere Ausbaustufen geplant. Das Projekt soll große Industriezentren, Importterminals und Speicherstandorte mit Kraftwerken und Fabriken in den Bundesländern verbinden. Zu den jüngsten Meilensteinen zählen die Inbetriebnahme einer 25 Kilometer langen Pipeline sowie ein großer Liefervertrag für 100 Kilometer neuer Infrastruktur in Deutschland.
Am 8. April 2025 ging im Energiepark Bad Lauchstädt eine 25 Kilometer lange Wasserstoffleitung ans Netz – der erste aktive Abschnitt des H₂-Starternetzes. Diese frühe Phase ist Teil eines umfassenden Plans zum Bau eines 600 Kilometer langen Netzes, das von der Ontras Gastransport GmbH betrieben wird.
Als nächste Schritte folgen zwei neue Pipeline-Abschnitte mit einer Gesamtlänge von 100 Kilometern zwischen Salzgitter und Angersdorf. Sie werden Teil der Strecke FGL 702, einer umgerüsteten Erdgasleitung, die nun für Wasserstoff in Deutschland genutzt wird. Ontras hat einen Liefervertrag für die Rohre im mittleren zweistelligen Millionenbereich abgeschlossen, mit Durchmessern von DN 800 und DN 600. Die Produktion der Segmente soll 2027 beginnen.
Die Planfeststellung für die neuen Abschnitte wird noch in diesem Jahr erwartet, der Baubeginn ist für 2027 und 2028 vorgesehen. Die gesamte Pipeline soll bis Dezember 2029 in Betrieb gehen. Gleichzeitig prüfen Fachleute, ob weitere Teile der bestehenden FGL 702 für den Wasserstofftransport in den Bundesländern nachgerüstet werden können.
Bis 2032 wird das vollständige Netz zentrale Regionen in Deutschland verbinden, darunter das Ruhrgebiet, Hamburg, Lingen, Wilhelmshaven, Leuna, Schwedt und das chemische Dreieck in Ostdeutschland. Damit werden Industriecluster in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg und den östlichen Bundesländern an die Wasserstoffversorgung angeschlossen – sowohl aus heimischer Produktion als auch durch Importe.
Der schrittweise Ausbau des Wasserstoffnetzes unterstützt Deutschlands Übergang zu sauberer Energie, indem es Produktion, Speicherung und industriellen Bedarf in der Deutschland Karte verknüpft. Die ersten betriebenen Abschnitte und die anstehenden Bauvorhaben markieren konkrete Fortschritte auf dem Weg zum Ziel 2032. Nach Fertigstellung wird das System als Rückgrat für die Wasserstoffverteilung in ganz Deutschland dienen.






