Deutsche meiden die Bahn wegen chronischer Verspätungen – das Auto bleibt Favorit
Margret auch SchlauchinDeutsche meiden die Bahn wegen chronischer Verspätungen – das Auto bleibt Favorit
Eine neue Umfrage zeigt wachsende Frustration der Deutschen mit den Bahnleistungen im Land. Immer mehr Menschen meiden Zugreisen wegen ständiger Verspätungen, während andere extra Pufferzeit einplanen, um Termine nicht zu verpassen. Die Ergebnisse verdeutlichen einen Wandel in den Verkehrspräferenzen – die meisten setzen nach wie vor auf das eigene Auto statt auf die Bahn.
Über ein Drittel der Befragten gab zu, Züge nach Möglichkeit aktiv zu meiden. Das Hauptproblem sind chronische Pünktlichkeitsmängel: 35 Prozent vertrauen dem Schienennetz nicht mehr für zuverlässige Fahrten.
Die Umfrage ergab zudem, dass 26 Prozent wichtige Termine nicht mehr an Reisetagen mit der Bahn vereinbaren. Weitere 28 Prozent planen mittlerweile zusätzliche Zeit ein, um mögliche Verspätungen auszugleichen. Trotz dieser Bedenken würden nur 16 Prozent der Befragten die Bahn in den nächsten fünf Jahren als bevorzugtes Verkehrsmittel wählen.
Bei der Frage nach Lösungen sprachen sich etwa zwei Drittel für kostenlosen Nahverkehr und dichtere Taktungen bei Bussen und Zügen aus. Die Deutsche Bahn widersprach indes den Ergebnissen und argumentierte, die Daten spiegelten nicht die tatsächlichen Fahrgastzahlen wider.
Das private Auto bleibt mit 76 Prozent der Nennungen das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel – deutlich vor Bahn oder Alternativen.
Die Umfrage unterstreicht einen klaren Trend: Verspätungen und Unzuverlässigkeit haben das Vertrauen in das deutsche Bahnsystem untergraben. Da die meisten Menschen weiterhin auf das Auto setzen, werden die Forderungen nach besseren ÖPNV-Angeboten lauter. Die Auseinandersetzung der Deutschen Bahn mit den Umfrageergebnissen deutet auf eine Kluft zwischen der Wahrnehmung der Fahrgäste und den offiziellen Nutzungsstatistiken hin.






