Daniela Cavallo kämpft um ihre Wiederwahl als Betriebsratschefin bei Volkswagen
Janos PieperDie mächtigste Frau bei Volkswagen: Wer ist Daniela Cavallo? - Daniela Cavallo kämpft um ihre Wiederwahl als Betriebsratschefin bei Volkswagen
Daniela Cavallo bewirbt sich heute zur Wiederwahl als Vorsitzende des Betriebsrats im Volkswagen-Werk Wolfsburg. Über 60.000 Beschäftigte des Standorts entscheiden, ob sie ihre Position als eine der wenigen Frauen an der Spitze eines großen europäischen Betriebsrats behält. Ihr Wahlkampf folgt auf Jahre der Krisenbewältigung – von Sparmaßnahmen bis hin zur Umstellung auf Elektromobilität.
Seit 2017 führt Cavallo den Betriebsrat und hat die Belegschaft durch turbulente Zeiten geleitet. Nach dem Diesel-Skandal setzte sie sich für Erfolgsbeteiligungen ein und unterstützte die Elektrifizierungspläne des Konzerns, zu denen das Ziel gehört, bis 2030 vier Millionen Elektrofahrzeuge auszuliefern und den elektrischen Golf 9 in Wolfsburg zu produzieren.
2022 gewann ihre von der IG Metall unterstützte Liste mit 85,5 Prozent der Stimmen einen deutlichen Sieg – ein Zeichen für die starke Rückendeckung der Beschäftigten. Nun fordert sie für 2025–2026 Anerkennungprämien, begründet mit verbesserten Cashflows und vergangener Lohnzurückhaltung. Zudem befürwortet sie die Produktion von Militärfahrzeugen in Osnabrück, ein Schritt, der die europäische Verteidigungssouveränität stärken soll.
Kritiker werfen ihr vor, dass die von ihr und der IG Metall geführten Verhandlungen zu Stellenabbau und Werksschließungen geführt hätten. Andere fragen sich, ob Wolfsburg sein ikonisches Golf-Modell verlieren könnte, während sich die Branche wandelt. Dennoch lobt Olaf Lies, der sozialdemokratische Ministerpräsident Niedersachsens, sie als entschlossene Führungspersönlichkeit, die mit Fachwissen und Überzeugung für die Belegschaft kämpft.
Als Tochter einer Gastarbeiterfamilie in Wolfsburg geboren, hat Cavallo sich bis in zentrale Positionen hochgearbeitet. Sie ist nicht nur lokale Betriebsratsvorsitzende, sondern leitet auch den Konzern- und Gesamtbetriebsrat. Ihr Führungsstil zielt darauf ab, die Interessen der Beschäftigten mit den sich wandelnden Strategien Volkswagens in Sachen Elektrifizierung und Digitalisierung in Einklang zu bringen.
Die Wahlergebnisse werden zeigen, ob Cavallo an der Spitze des größten europäischen Autowerks bleibt. Eine Wiederwahl würde ihren Einfluss auf die Zukunft Volkswagens stärken – von der Lohnpolitik bis zu Produktionsentscheidungen. Das Ergebnis wird auch ein Signal dafür sein, wie die Belegschaft ihre Herangehensweise an Arbeitsplatzsicherheit und Branchenumbrüche bewertet.






