Charli XCX in der Kritik nach Party mit Kreml-nahen Verbindungen
Maximilian SchönlandCharli XCX in der Kritik nach Party mit Kreml-nahen Verbindungen
Popstar Charli XCX gerät nach Party mit umstrittenen Verbindungen in die Kritik
Die britische Popsängerin Charli XCX sieht sich mit Kontroversen konfrontiert, nachdem sie an einer Aftershow-Party zu ihrem neuen Mockumentary-Film The Moment teilgenommen hatte. Die Veranstaltung wurde von einem russischen Model organisiert, dessen Familie eine vom Kreml unterstützte Stiftung leitet, der vorgeworfen wird, Desinformation zu verbreiten. Charli XCX erklärte später, ihr seien die angeblichen Verbindungen nicht bekannt gewesen.
Der Film, eine Satire auf die Musikindustrie, feierte seine Premiere auf der Berlinale und zählt Stars wie Alexander Skarsgård und Kylie Jenner zu den Mitwirkenden. Er sorgt bereits für Aufsehen wegen seiner frechen Abrechnung mit der Promikultur und erhielt vom New Musical Express (NME) drei Sterne für seinen Humor und Charli XCX' Auftritt.
Die Aftershow-Party fand in Berlin im Anschluss an die Vorführung von The Moment statt, bei dem Aidan Zamiri Regie führte. Gastgeberin war die DJane und Model Anastasia Shevtsova, Tochter von Zhanna Shevtsova, der Präsidentin der Traditsiya-Stiftung. Diese Organisation, die 2023 von den USA sanktioniert wurde, steht im Verdacht, kremlnahe Desinformationskampagnen zu finanzieren.
Zwischen 2022 und 2025 erweiterte die Traditsiya-Stiftung ihren Einfluss durch kulturelle Projekte. Dazu gehören die Unterstützung internationaler Zentren der Russkiy-Mir-Stiftung, die Finanzierung historischer Forschungsarbeiten, die eine prorussische Sicht auf den Zweiten Weltkrieg und die ukrainische Geschichte fördern, sowie Jugendprogramme in besetzten ukrainischen Gebieten. Zudem unterstützte sie patriotische Medienkampagnen in Russland, etwa Dokumentationen und Publikationen, die das russische Erbe verherrlichen.
Nach dem Ereignis distanzierten sich sowohl Charli XCX als auch Anastasia Shevtsova von der Kontroverse. Charli XCX beteuerte, ihr seien politische Verstrickungen nicht bekannt gewesen. Shevtsova äußerte unterdessen ihr Leid über den Krieg in der Ukraine und verurteilte die Handlungen der russischen Regierung dort.
The Moment wird von A24 vertrieben und erhielt gemischte, aber überwiegend positive Kritiken. Gelobt wurden der satirische Biss und die memetauglichen Szenen, während einige den Ton als unausgeglichen empfanden. Unabhängig davon veröffentlichte Charli XCX kürzlich ein Begleitalbum zum Film Wuthering Heights, auf dem auch eine Zusammenarbeit mit Sky Ferreira zu hören ist. Das Projekt erhielt vom NME vier Sterne – insbesondere für seine mutige musikalische Ausrichtung.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Verflechtungen zwischen kulturellen Veranstaltungen und politischer Finanzierung. Charli XCX betont, sie habe keine Kenntnis vom Hintergrund der Gastgeberin gehabt. Unterdessen sorgt The Moment weiterhin für Diskussionen dank seiner scharfen Abrechnung mit der Musikbranche.
Anastasia Shevtsovas öffentliche Verurteilung der russischen Regierungshandlungen in der Ukraine steht im Kontrast zu den angeblichen Verbindungen ihrer Familie zu staatlich gelenkten Initiativen. Die Traditsiya-Stiftung bleibt wegen ihrer Rolle bei der Verbreitung kremltreuer Narrative auf der US-Sanktionsliste.






