Brandenburg testet neues Modell für Apotheken-Notdienste an Wochenenden
Maximilian SchönlandBrandenburg testet neues Modell für Apotheken-Notdienste an Wochenenden
Pilotprojekt in Brandenburg reformiert Apotheken-Notdienste
Ein neues Pilotprojekt in Brandenburg verändert die Organisation der Apotheken-Notdienste. Die Reform soll den Druck auf Apotheker verringern und gleichzeitig den Zugang zu Medikamenten verbessern. Wie die Verantwortlichen mitteilen, liegt der Fokus des neuen Systems nun auf den Wochenenden, wenn die Nachfrage am höchsten ist.
Die Apothekerkammer Brandenburg (LAK) kündigte die Umstrukturierung Anfang Februar an. Das ursprünglich zum 1. Januar geplante Projekt läuft nun bis zum 31. Dezember. Die Pläne wurden unter der ehemaligen Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher erarbeitet.
Bisher mussten Apotheker wie Peter Schmieder aus Golzow alle 13 Tage einen Notdienst leisten. Das neue Modell verlängert diesen Turnus auf 20 Tage, ohne dass dazwischen Teil-Notdienste anfallen. Eine aktuelle Umfrage der LAK ergab, dass die Wochenenddienste besonders kritisch sind – was den Bedarf an einer durchgehenden Verfügbarkeit reduziert.
Schmieder begrüßt die Änderungen mit vorsichtigem Optimismus. Er unterstützt zudem den Vorschlag, Notdienste an Krankenhäuser anzubinden – ein Ansatz, der im Rahmen weiterer Reformen der Notfallversorgung diskutiert wird. Thomas Müller vom Bundesgesundheitsministerium bezeichnete den aktualisierten Dienst bei Erfolg der Reform als "vergoldete Lösung".
Die Reform könnte die Vergütung für Apotheker im Notdienst fast verdoppeln. Jens Dobbert, Präsident der LAK, betonte, das Ziel sei eine langfristige Arzneimittelversorgung in ganz Brandenburg. Gleichzeitig soll das bestehende Personal effizienter eingesetzt werden, um dem Rückgang der Apothekenzahlen und vorübergehenden Schließungen entgegenzuwirken.
Das Pilotprojekt erprobt, ob weniger, aber gezieltere Notdienste die Effizienz steigern können. Apotheker werden künftig seltener an Wochenenden eingesetzt – bei besserer Bezahlung als Anreiz. Bei Erfolg könnte das Modell zum Vorbild für die Notdienstorganisation in der gesamten Region werden.






