Bielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Prävention und Vernetzung
Janos PieperBielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Prävention und Vernetzung
Neues Jugendjustizzentrum in Bielefeld eröffnet – achte Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen
In Bielefeld hat ein neues Jugendjustizzentrum seine Türen geöffnet und ist damit die achte Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Direkt in der Nähe des Hauptbahnhofs gelegen, vereint es Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendhilfe unter einem Dach. Ziel des Zentrums ist es, junge Straftäter zu unterstützen und gleichzeitig Jugendkriminalität durch abgestimmte Maßnahmen entgegenzuwirken.
Das erste Jugendjustizzentrum wurde bereits 2009 in Köln eingerichtet. Seither entstanden in ganz NRW ähnliche Einrichtungen, darunter eines in Paderborn, das seit 2012 jährlich rund 50 junge Menschen begleitet. Laut offiziellen Statistiken aus den Jahren 2022 bis 2024 erhalten im Schnitt zwischen 1.200 und 1.500 Jugendliche pro Jahr in allen Zentren Hilfe.
Das Bielefelder Zentrum bietet maßgeschneiderte Förderprogramme und stellt jedem jungen Straftäter eine fest zugewiesene Bezugsbetreuerin oder einen Bezugsbetreuer zur Seite. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Rechtsbewusstsein und den Konsequenzen des eigenen Handelns. Durch die enge Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt sollen problematische Verhaltensweisen individuell angegangen werden.
Zwar gibt es keine genauen Zahlen dazu, wie viele Straftaten durch diese Arbeit verhindert wurden, doch die Vernetzung der Behörden ist mittlerweile ein zentraler Baustein der Landesstrategie gegen Jugendkriminalität. Eine weitere Einrichtung in Duisburg ist bereits in Planung und soll das Netzwerk weiter ausbauen.
Das Jugendjustizzentrum in Bielefeld ergänzt nun sieben bestehende Standorte in NRW. Mit der Eröffnung stärkt die Region ihre Bemühungen, gefährdete Jugendliche zu unterstützen und Rückfallquoten zu senken. Entscheidend für den Erfolg wird die fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und sozialen Diensten sein.






