"Berlin ist Kultur": Wie eine Kampagne die Wahlen 2024 prägt und Künstler:innen kämpfen
Elsa Junck"Berlin ist Kultur": Wie eine Kampagne die Wahlen 2024 prägt und Künstler:innen kämpfen
Eine neue Kampagne rückt die Kultur in den Mittelpunkt der anstehenden Berliner Wahlen. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ will die Kunst zu einem zentralen Thema für Wähler:innen und Kandidat:innen machen. In den kommenden Wochen werden Slogans wie #deinstimmefürkultur in den Kulturstätten der Stadt zu sehen sein.
Mit einer Aktionswoche will die Initiative die Wahlkampfdebatte prägen. Zudem hat sie die „Berliner Erklärung“ veröffentlicht, in der gefordert wird, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zuverlässige Förderstrukturen zählen zu den weiteren Kernforderungen.
Kultureinrichtungen und Verbände haben für die politischen Bewerber:innen „Wahl-Prüfsteine“ vorbereitet – mit direkten Fragen zu ihrer Haltung etwa in Sachen künstlerische Bildung oder Unterstützung von Kulturprojekten.
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, hat sich vehement gegen die Kürzungen ausgesprochen. Er verurteilte die jüngsten Streichungen im Kulturbudget als kurzsichtig und warnte vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße als schweren Verlust. Reese berichtete, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein Leben verändert habe – und betonte damit die Bedeutung zugänglicher Kulturorte.
Auch andere aus der Branche äußern ähnliche Sorgen. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Lage der Theater mit dem Mythos von Ikarus – „einmal gefeiert, im nächsten Moment fallen gelassen“. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, warnte, dass steigende Mieten die Zukunft des Hauses gefährden könnten.
Die Botschaft der Kampagne ist klar: Kultur prägt Berlin. Die Initiator:innen argumentieren, dass der Schutz der Künste die Zukunft der Stadt sichert. In den kommenden Wochen wird die Aktion in der Hauptstadt an Fahrt aufnehmen – kurz vor der Wahl.






