Apothekenbranche kämpft mit Überalterung: Jeder Dritte kurz vor der Rente
Margret auch SchlauchinApothekenbranche kämpft mit Überalterung: Jeder Dritte kurz vor der Rente
Deutschlands Apothekenbranche steht vor einer wachsenden Alterskrise: Fast ein Drittel der Beschäftigten nähert sich dem Renteneintritt. Mit einem Durchschnittsalter von 48,4 Jahren bei Apothekerinnen und Apothekern in öffentlichen Apotheken muss die Branche nun dringend Lösungen für Nachwuchsgewinnung und Effizienzsteigerung finden. Die Situation spiegelt einen bundesweiten Trend wider, bei dem ältere Arbeitnehmer einen erheblichen Teil der Erwerbsbevölkerung ausmachen.
Aktuelle Zahlen zeigen, dass 30 Prozent der Apotheker in Deutschland 56 Jahre oder älter sind – ein höherer Anteil als im gesamtdeutschen Durchschnitt, wo 24 Prozent der 15- bis 64-Jährigen in die Altersgruppe 55 bis 64 fallen. Die größte Gruppe unter den Apothekern ist derzeit zwischen 56 und 60 Jahre alt, während die 31- bis 35-Jährigen nur 12,5 Prozent der Belegschaft stellen.
Auch das Management in Apotheken altert: Das Durchschnittsalter von Filialleitungen liegt bei 53,6 Jahren. Dieser demografische Wandel fällt in eine Phase, in der Deutschland in den nächsten 15 Jahren mit dem Ausscheiden von rund 13,4 Millionen Beschäftigten rechnet – fast ein Drittel der Erwerbstätigen des Vorjahres. Besonders kritisch ist die Lage in öffentlichen Apotheken, deren Zahl aufgrund von Schließungen und Konkurrenzdruck auf 16.771 Standorte gesunken ist.
Krankenhaus- und Industrieapotheken sehen sich eigenen Herausforderungen gegenüber, auch wenn präzise Personaldaten hier nur begrenzt vorliegen. Mit lediglich 1.874 Kliniken, die Zahlen melden, muss der Sektor Innovations- und Digitalisierungsanforderungen gerecht werden – und gleichzeitig die alternde Belegschaft im Blick behalten. Experten warnen: Ohne Nachwuchs und effizientere Abläufe könnte die Branche Schwierigkeiten bekommen, ihre Dienstleistungen aufrechtzuerhalten.
Die Überalterung der Apothekenbelegschaft stellt eine klare Herausforderung für die kommenden Jahre dar. Wenn erfahrene Fachkräfte in Rente gehen, werden gezielte Rekrutierungsstrategien und strukturelle Anpassungen nötig sein, um die Lücken zu schließen. Ohne Gegenmaßnahmen drohen sowohl öffentlichen als auch Krankenhausapotheken Personalengpässe, die die Versorgung beeinträchtigen könnten.






