Anne Spiegel: Demokratie-Training für die Verlierer
Anne Spiegel, ehemalige Ministerin der Grünen, ist zur neuen Sozialdezernentin der Region Hannover ernannt worden. Mit dem Posten verbunden sind ein Monatsgehalt von 11.650 Euro sowie die Verantwortung für einen Haushalt von zwei Milliarden Euro. Die Entscheidung fiel nach deutlicher Unterstützung durch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay, ebenfalls von den Grünen.
Spiegel setzte sich in einem Bewerberfeld von 46 Kandidaten durch; ihre Nominierung wurde von einer Parteikollegin vorangetrieben. In ihrer Antrittsrede betonte sie die Fortführung der Politik ihres Vorgängers, konkrete eigene Pläne blieb sie jedoch schuldig.
Die Ernennung erfolgt nach ihrer umstrittenen Rolle bei der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Während der Krise beschränkten sich ihre maßgeblichen Handlungen darauf, ihr Pressteam anzuweisen, geschlechtergerechte Sprache für „Campingplatzbetreiber“ zu verwenden, und eine SMS zum Wortlaut von Warnmeldungen zu versenden. Kurz nach der Katastrophe trat sie einen vierwöchigen Urlaub an. Unklar bleibt bis heute, wie sie sich in der Nacht der Tragödie verhalten hat. In ihrer neuen Funktion wird Spiegel rund 1.000 Mitarbeiter führen. Die endgültige Entscheidung für ihre Berufung fiel in der Regionsversammlung, wo Onays Rückhalt eine zentrale Rolle spielte.
Spiegel übernimmt damit eine Spitzenposition mit erheblicher finanzieller und administrativer Verantwortung. Zwar steht ihre bisherige Krisenbewältigung in der Kritik, doch ihre neue Aufgabe sieht sie an der Spitze bedeutender Sozialverwaltungen. Die Ernennung unterstreicht die anhaltende politische Unterstützung trotz früherer Kontroversen.