Anna Netrebkos triumphale und umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper
Maximilian SchönlandAnna Netrebkos triumphale und umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper
An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Uraufführung löste im Theater begeisterten Applaus aus, während draußen Demonstranten mit ukrainischen Fahnen protestierten.
Die fast dreistündige Aufführung von Verdis Oper präsentierte Netrebko als Amelia und ist Teil des Festspielprogramms der Staatsoper. Regisseur Rafael R. Villalobos integrierte Elemente der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise in bestimmte Szenen. Die Inszenierung erhielt starke Anerkennung für Musiker und Sänger, wobei Netrebkos Auftritt besonders enthusiastisch vom Publikum gefeiert wurde.
Rund 50 Protestierende versammelten sich vor dem Opernhaus und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Demonstration spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebko wider, die seit Russlands Invasion der Ukraine 2022 unter Beobachtung steht. Ihre Geburtstagsfeier 2021 im Moskauer Kreml sowie ihre doppelte russisch-österreichische Staatsbürgerschaft haben die Kontroverse zusätzlich angeheizt.
Der Kontrast zwischen ausverkauften Vorstellungen und Protesten ist mittlerweile zu einem wiederkehrenden Bild bei Netrebkos Auftritten in Berlin geworden. Während das Publikum im Inneren der Staatsoper sie weiterhin unterstützt, halten sich draußen bei ihren Aufführungen kleine, aber lautstarke Kundgebungen.
Die Premiere von Un ballo in maschera markierte Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper nach mehreren Jahren. Trotz der Proteste löste ihr Auftritt starke Reaktionen beim Publikum aus. Die Produktion bleibt Teil des Festspielplans des Hauses.






