25 April 2026, 12:40

Aktivisten verklagt: Pistorius-Skulptur-Protest führt zu Hausdurchsuchung und Haftdrohung

Eine Gruppe von Menschen, die während einer Demonstration in Berlin durch die Straßen gehen, einige halten Schilder und Banner, andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ein Gebäude mit Fenstern, Bögen, Säulen und Skulpturen.

Aktivisten verklagt: Pistorius-Skulptur-Protest führt zu Hausdurchsuchung und Haftdrohung

Zwei Antimilitarismus-Aktivisten sehen sich mit einem polizeilichen Ermittlungsverfahren konfrontiert, nachdem sie eine öffentliche Skulptur so verändert hatten, dass sie dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius ähnelte. Der Vorfall, der sich im Januar in Osnabrück ereignete, hat nun zu einer Hausdurchsuchung und möglichen Anklagen wegen Beleidigung und Sachbeschädigung geführt. Das Duo hat inzwischen Beschwerde eingelegt und drängt auf eine gerichtliche Verhandlung.

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Im Januar inszenierten Ruben G. und Franziska F. eine Protestaktion, indem sie einer Skulptur in Osnabrück eine Maske des Verteidigungsministers Boris Pistorius anbrachten. Zudem versahen sie die Figur mit einer Gipserektion. Die Staatsanwaltschaft wirft den Aktivisten vor, eine Kette durchtrennt zu haben, um mit einem Floß an die Statue zu gelangen – ein Umstand, der den Verdacht der Sachbeschädigung nährt.

Die Staatsschutzpolizei durchsuchte vergangene Woche ein Haus in Bissendorf, in dem die beiden Aktivisten gemeldet sind. Obwohl keiner von beiden anwesend war, durchsuchten Beamte zwei Stunden lang die Räumlichkeiten. Beschlagnahmt wurden ein Laptop, ein USB-Stick, Kleidungsstücke sowie ein Kanupaddel.

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf mögliche Verstöße gegen Paragraf 188 des deutschen Strafgesetzbuchs, der Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung unter Strafe stellt. Bei einer Verurteilung drohen den Aktivisten mindestens drei Monate Haft – vorausgesetzt, das Gericht gelangt zu der Auffassung, dass ihr Handeln den öffentlichen Ruf Pistorius' geschädigt hat.

Das Verteidigungsministerium betonte unterdessen, dass weder Pistorius noch seine Vertreter Anzeige erstattet hätten. Ein Sprecher hob die Überzeugung des Ministers hervor, die Meinungsfreiheit als zentralen demokratischen Wert zu schützen.

Ruben G. und Franziska F. haben inzwischen offiziell Akteneinsicht beantragt. Zudem haben sie Beschwerde eingelegt und signalisiert, dass sie bereit für einen Prozess sind. Die Aktivisten sehen das Verfahren als Chance, ihren Protest vor Gericht zu verteidigen.

Der Fall bewegt sich nun auf mögliche juristische Auseinandersetzungen zu, während die Staatsanwaltschaft die bei der Razzia sichergestellten Beweismittel auswertet. Die Aktivisten bleiben entschlossen, die Vorwürfe anzufechten, und betrachten den Prozess als Plattform, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Eine Verurteilung könnte je nach gerichtlicher Bewertung der Auswirkungen ihres Protests mit einer Haftstrafe enden.

Quelle