03 April 2026, 06:20

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfthema – Transparenz oder Hetze?

Schwarz-weißes Architekturzeichnung von Berlins Stadtplan von Güller, mit Gebäuden, Bäumen und Polen mit Text "Güller's Plan von Berlin" unten.

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfthema – Transparenz oder Hetze?

Die Berliner AfD bringt das Thema Messerangriffe im Wahlkampf auf die Agenda. Die rechtspopulistische Partei behauptet, ihre neu veröffentlichte Übersicht zu polizeilich erfassten Vorfällen schaffe mehr Transparenz in der Debatte.

Kritiker werfen der AfD jedoch vor, die Daten gezielt zu nutzen, um gesellschaftliche Spaltungen zu schüren – insbesondere gegen Migranten. Die Linke verurteilte die Initiative scharf als "Stimmungsmache".

Laut Berliner Polizei gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD argumentiert, viele Vorfälle würden in der offiziellen Kriminalstatistik gar nicht erfasst und verweist auf eine Lücke zwischen Polizeieinsätzen und registrierten Fällen.

Mit ihrer neuen "Messer-App" zeigt die Partei Angriffsorte, Verletzungen und Polizeiberichte auf einer interaktiven Karte an. Zudem macht sie auf einen Anstieg von 68 Prozent bei waffenbezogenen Straftaten im Jahr 2025 aufmerksam – und verstärkt damit die Sorgen vor Gewaltkriminalität.

Berlin ist eines der wenigen Bundesländer, das bei Messerangriffen die Nationalität der Tatverdächtigen nicht veröffentlicht. Die AfD fordert, diese Daten offen zu legen, und wirft der regierenden Koalition vor, wichtige Informationen zurückzuhalten. Fraktionschefin Kristin Brinker kritisiert, das fehlende Transparenz das Vertrauen der Bevölkerung untergrabe.

Offizielle Zahlen dazu, wie viele der 3.412 Messerangriffe 2024 zu Verurteilungen führten, gibt es nicht. Recherchen fördern nur Einzelfälle zutage, etwa ein (noch nicht rechtskräftiges) Urteil von 13 Jahren Haft für einen syrischen Angreifer am Holocaust-Mahnmal oder ein anstehendes Verfahren gegen einen 20-Jährigen im Volkspark Hasenheide. Über die juristischen Konsequenzen für die 1.906 ermittelten Tatverdächtigen herrscht Unklarheit.

Der Vorstoß der AfD erhöht den Druck auf die Berliner Koalition, mehr Kriminaldaten zu veröffentlichen. Die Diskussion dreht sich nun darum, ob mehr Transparenz die öffentliche Sicherheit stärkt – oder gesellschaftliche Spannungen weiter verschärft.

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Angesichts der bevorstehenden Wahlen wird die Fokussierung der Partei auf Messerangriffe voraussichtlich ein umstrittenes Thema bleiben.

Quelle