AfD-Niedersachsen: Whistleblowerin enthüllt geheime 'Allianz' mit dunklen Geschäften
Maximilian SchönlandAfD-Niedersachsen: Whistleblowerin enthüllt geheime 'Allianz' mit dunklen Geschäften
Die Alternative für Deutschland (AfD) in Niedersachsen steckt in neuen Turbulenzen, nachdem eine Whistleblowerin die Existenz eines geheimen internen Netzwerks, einer 'Allianz', aufgedeckt hat. Anja Arndt, ein ehemaliges Mitglied, enthüllte die Gruppe in einem detaillierten Schreiben an die Parteiführung, in dem sie finanzielle Verfehlungen und eine Kultur der Geheimniskrämerei beschrieb. Die Vorwürfe vertiefen die Spaltung innerhalb der Partei und haben rechtliche Ermittlungen nach sich gezogen.
Am 10. Februar 2024 fand im Landtag von Hannover eine nicht öffentliche Sitzung statt. Anwesend waren fünf AfD-Bundestagsabgeordnete – Dirk Brandes, Mirco Hanker, Jörn König, Danny Meiners und Angela Rudzka – sowie Funktionäre der Landespartei, darunter der umstrittene Stephan Schledde. Laut Arndts 15-seitiger Schilderung wurden die Anwesenden aufgefordert, einen Schweigeeid über das neu gegründete Bündnis 'Allianz' abzulegen. Sie verweigerte dies und verließ den Raum.
Das Netzwerk operiert größtenteils über WhatsApp-Gruppen mit Namen wie 'Allianz-Hauptquartier'. Arndt zufolge gehören rund 80 Prozent der Kreisvorsitzenden der Partei dazu. Sie wirft Schledde und seinen Vertrauten vor, die AfD als 'Geschäftsmodell' zu missbrauchen und sich systematisch durch Parteigelder zu bereichern. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt mittlerweile gegen Schledde wegen des Verdachts, dass er 48.000 Euro an Spendengeldern auf sein Privatkonto umgeleitet hat.
Kritik gibt es auch an Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt. Fragen wirft insbesondere die Beschäftigung von Familienmitgliedern auf, was die Vorwürfe der Vetternwirtschaft verstärkt. Unterdessen beschrieb Main Müller, der ehemalige Kreisvorsitzende in Goslar, das System als ein Geflecht, das Abhängigkeit und bedingungslose Loyalität unter den Mitgliedern fördere.
Der Politikwissenschaftler Götz Kubitschek bewertet den Skandal als schweren Vertrauensverlust für die AfD. Bisher wurde keine weitere Bestätigung dafür vorgelegt, dass Abgeordnete aus dem niedersächsischen Landes- oder Bundestagsverband der Partei jenseits der von Arndt genannten fünf Personen zur 'Allianz' gehören.
Die Enthüllungen haben interne Untersuchungen und juristische Schritte ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft prüft finanzielle Unregelmäßigkeiten, während die Parteiführung unter Druck gerät, die Vorwürfe aufzuklären. Die Affäre kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für die AfD, die sich auf anstehende Landtagswahlen vorbereitet und gleichzeitig um das Vertrauen der Öffentlichkeit ringt.






