05 April 2026, 00:49

AfD gerät unter Druck: Warum Angehörige von Politikern in Partei-Büros arbeiten

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP, das zwei Männer auf einem Sofa zeigt, mit Textinformationen über die Partei.

Nepotismus-Vorwurf erreicht auch Niedersachsen AfD - AfD gerät unter Druck: Warum Angehörige von Politikern in Partei-Büros arbeiten

Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) gerät erneut in die Kritik, weil Abgeordnete Familienangehörige beschäftigen. In Niedersachsen soll die Ehefrau des Landesvorsitzenden Ansgar Schledde für einen AfD-Bundestagsabgeordneten arbeiten. Die politische Partei weist Vorwürfe zurück, doch ähnliche Fälle mehren sich in anderen Bundesländern.

Ansgar Schledde, Chef der niedersächsischen AfD, bestätigte, dass seine Frau im Büro des Bundestagsabgeordneten Danny Meiners angestellt ist. Schledde betonte, die Anstellung sei "rechtlich einwandfrei". Meiners unterstützte diese Darstellung und erklärte, sie sei über ein reguläres Bewerbungsverfahren aufgrund ihrer Qualifikationen eingestellt worden.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Niedersachsen. In Sachsen-Anhalt sind drei Geschwister des AfD-Landtagsabgeordneten Tobias Rausch bei der Bundestagsabgeordneten Claudia Weiss beschäftigt, während deren Tochter für die AfD-Fraktion im Landtag arbeitet. In Baden-Württemberg ist zudem die Ehefrau des Co-Vorsitzenden Markus Frohnmaier bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten angestellt.

AfD-Co-Chef Tino Chrupalla gab zu, die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Roberto Kuhnert in seinen eigenen Wahlkreisbüros beschäftigt zu haben. Zwar räumte er ein, dass solche Verträge rechtlich korrekt seien, doch gestand er ein: "Das hinterlässt einen faden Beigeschmack." Die politische Partei weist Vorwürfe der Vetternwirtschaft wiederholt zurück und betont, dass es zwischen Schledde und Meiners keine gegenseitigen Beschäftigungsverhältnisse gebe.

Die Debatte über die Anstellung von Angehörigen bei AfD-Politikern hat mittlerweile mehrere Bundesländer erfasst. Zwar beharrt die politische Partei darauf, dass alle Einstellungen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, doch die gehäuften Fälle sorgen für Kritik. Bisher gab es keine Ankündigungen, die Einstellungspraxis zu ändern.

AKTUALISIERUNG

Legal Action Escalates AfD's Nepotism Controversy

New legal action has intensified scrutiny of AfD's staffing practices. In April 2026, prosecutors in Hannover began investigating 11 party members, including Landeschef Ansgar Schledde, over alleged misuse of 1.45 million euros in parliamentary funds. Key details include:

  • April 2026 investigations target sham employment claims involving Schledde and four Bundestag MPs.
  • The probe follows whistleblower complaints from Europa-Abgeordnete Anja Arndt.
  • Prosecutors allege staff were paid without performing actual duties to divert public funds.