35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und surrealen Monstern gegen Wohnungsnot
Janos Pieper35 Jahre Geisterparade: Köln feiert mit Protest und surrealen Monstern gegen Wohnungsnot
Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Karnevalsflair
Mit einer lebendigen Mischung aus politischem Aktivismus und Feststimmung hat die Kölner Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Tausende zogen durch die Straßen und verbanden gesellschaftskritische Themen mit einem bunten Spektakel aus Geistern, Monstern und selbstgebastelten Kreationen. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Wohnungsnot in der Domstadt.
Angeführt wurde der Umzug von Erich Hermans, verkleidet als Ähzebär – eine lokale Sagenfigur – und mit einem selbstgebauten Rummelpot-Instrument. Hermans gehörte 1989 zu den Initiatoren der Geisterparade und gründete 1993 gemeinsam den Verein Ähzebär un Ko e.V. Unter seiner Führung schlängelte sich der Zug durch Köln, gesäumt von Teilnehmenden in aufwendigen Kostümen.
Viele trugen Plakate und Outfits, die sich am diesjährigen Motto orientierten: "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Dom schlofe" ("Höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Dom schlafen"). Über der Menge schwebte ein riesiger, durchsichtiger Tintenfisch aus Plastikflaschen und -deckeln. Daneben sorgten überdimensionale Fabelwesen, sogenannte Schnappviecher, mit klappernden Kiefern und klingelnden Glocken für eine gespenstische Atmosphäre.
Der Umzug endete am Odonien, einem Kulturzentrum, wo eine Band und mystische Dekorationen die Stimmung aufrechterhielten. Zwischen Geistern, Hexen, Totenschädeln und Meeresungeheuern mischten sich die Teilnehmenden – ihre Kostüme spiegelten sowohl den Protest gegen die Wohnungsmisere als auch die lange Tradition des surrealen Spektakels wider.
Die 35. Geisterparade vereinte Kunst, Aktivismus und Gemeinschaft in Köln. Mit selbstgebastelten Monstern und Parolen zur Wohnungsfrage blieb die Veranstaltung ihren Wurzeln treu: als Demonstration und Fest zugleich. Die Feier im Odonien bildete den Abschluss eines Abends, an dem Kreativität und politische Botschaften Hand in Hand gingen.






