25 March 2026, 10:17

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag in Solingen fehlt den Opfern noch immer Gerechtigkeit

Amerikanischer Feuerwehrmann trägt eine Frau in seinen Armen, im Hintergrund brennt ein Feuer und ein Tuch hängt an der linken Seite, unten steht der Text "Der amerikanische Feuerwehrmann, schnell zur Stelle."

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag in Solingen fehlt den Opfern noch immer Gerechtigkeit

Heute jährt sich zum zweiten Mal der tödliche Brandanschlag in Solingen, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Bei einer Gedenkveranstaltung mit etwa 100 Teilnehmenden soll der Opfer gedacht werden. Überlebende und Angehörige warten jedoch weiterhin auf finanzielle Unterstützung.

In den frühen Morgenstunden des 25. März 2024 hatte der damals 39-jährige Daniel S. ein Wohnhaus in der Grünewalder Straße in Brand gesteckt. Bei dem Feuer kam eine junge Familie ums Leben, während ein weiteres Paar mit seinem Kleinkind durch einen Sprung aus dem Fenster im dritten Stock überlebte. Der Täter wurde später zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Der Gedenkzug wird im Stadtzentrum beginnen und an dem ausgebrannten Gebäude enden. Überlebende, Angehörige und Unterstützer werden daran teilnehmen. Doch trotz der Tragödie steht eine Entschädigung weiterhin aus.

Nach deutschem Recht gewährt das Bundesamt für Justiz nur dann Entschädigungen, wenn eine Straftat aus rassistischen, antisemitischen oder staatsfeindlichen Motiven begangen wurde. Da ein solches Motiv nicht nachgewiesen werden konnte, haben es die Familien der Opfer schwer. Die Eltern der Verstorbenen, die in Bulgarien leben, müssen zudem einen schweren psychischen Schaden – den sogenannten Schockschaden – nachweisen, um Anspruch zu haben. Das überlebende Paar und sein Kind könnten hingegen Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz erhalten.

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Die Opferberatung Rheinland unterstützt die Betroffenen weiterhin, doch finanzielle Hilfen lassen auf sich warten.

Die Gedenkveranstaltung wird all jene zusammenbringen, die noch immer trauern und nach Gerechtigkeit suchen. Ohne Entschädigung bleiben die Familien jedoch sowohl emotional als auch finanziell belastet. Rechtliche Hürden und das Fehlen eines nachgewiesenen Hassmotivs halten sie in einer ungewissen Situation gefangen.

Quelle