26 March 2026, 06:23

Wolfram Weimer: Warum die Kulturszene gegen den ZDF-Intendanten rebelliert

Offenes Buch mit dem Titel "Die Geschichte Deutschlands" zeigt eine Schwarz-Wei├č-Abbildung einer Stadtlandschaft mit Geb├Ąuden, Menschen und Himmel neben Text.

Wolfram Weimer: Warum die Kulturszene gegen den ZDF-Intendanten rebelliert

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, steht seit seiner Ernennung zum ZDF-Intendanten im Sommer 2024 zunehmend in der Kritik. Seine Entscheidungen haben in der Kulturszene Proteste, Petitionen und Boykottaufrufe ausgelöst.

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Die Gegenwehr reicht von Forderungen nach seinem Rücktritt durch Künstler, Verlage und Politiker bis hin zur fortgesetzten Unterstützung durch die Bundeskanzlerin. Weimers Amtszeit ist von einer Reihe umstrittenen Maßnahmen geprägt: Er veranlasste die Überprüfung von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz, schloss sie von der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises aus und sagte die Preisverleihung kurzerhand ab. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte diese Schritte als unzulässige Einmischung.

Für weitere Empörung sorgte sein Versuch, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzusetzen. Zudem stoppte er vorläufig den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, was auf scharfe Kritik stieß. Selbst die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora forderte ihn auf, bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung nicht zu sprechen – mit Verweis auf seine polarisierende Bilanz.

Der öffentliche Widerstand gegen Weimer hat im Laufe der Zeit an Schärfe gewonnen. Im Oktober 2024 demonstrierten über 500 Kulturschaffende in Berlin für seine Absetzung. Anfang 2025 sammelte die Petition "Weimer raus!" mehr als 50.000 Unterschriften. Über 300 Schauspieler und Regisseure kündigten zudem an, künftig keine Zusammenarbeit mit dem ZDF mehr einzugehen.

Die politischen Reaktionen fallen gespalten aus. CDU/CSU-Chef Friedrich Merz bekräftigte zwar sein Vertrauen in Weimer, räumte aber ein, dass der Minister eine "umstrittene Figur" bleibe. Grünen- und SPD-Politiker, darunter Claudia Roth, warfen Weimer hingegen im Bundestag "Kultursabotage" vor. Die Kanzlerin hingegen betonte, viele seiner kulturpolitischen Vorhaben würden auf breite Zustimmung stoßen.

Trotz des massiven Widerstands genießt Weimer weiterhin die Rückendeckung der Kanzlerin. Seine Entscheidungen haben zu Boykotten, Protesten und politischen Grabenkämpfen geführt – konkrete Konsequenzen blieben jedoch aus. Die Kulturszene bleibt tief gespalten über seine Führung.

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