27 January 2026, 06:41

Wisconsins Europa-Reise im April 2025 bleibt undurchsichtig – wo sind die Kosten?

Eine alte Postkarte mit einer Briefmarke oben rechts, an Hannover, Deutschland, adressiert, mit handgeschriebener Text auf der Vorderseite.

Wisconsins Europa-Reise im April 2025 bleibt undurchsichtig – wo sind die Kosten?

**Wisconsins Gouverneur Tony Evers und Vertreter der Wisconsin Economic Development Corporation (WEDC) reisten im April 2025 zu einer Handelmission nach Europa. Fünf Monate später sind die Kosten der Reise weiterhin nicht offenlegt – trotz Anfragen nach öffentlichen Unterlagen und Forderungen nach Transparenz von Abgeordneten und Kontrollorganisationen. Die Verzögerung hat Kritik ausgelöst, ohne dass das Büro des Gouverneurs oder die WEDC eine klare Erklärung vorgelegt hätten.

Die Delegation besuchte Anfang April Deutschland und Frankreich mit Stationen in Hannover, Hessen und Berlin sowie in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Zu den Teilnehmern zählten die damalige WEDC-Generalsekretärin Missy Hughes, Vizepräsident für globalen Handel Micah Oge und weitere Mitarbeiter der Behörde. Solche Wirtschaftsförderungsreisen werden in der Regel aus öffentlichen Mitteln finanziert, doch die genauen Ausgaben wurden bisher nicht veröffentlicht.

Republikanische Abgeordnete, darunter Senator Duey Stroebel, fordern seit Wochen die Vorlage der Belege und werfen der Regierung Intransparenz vor. Gouverneur Evers berief sich auf laufende Verhandlungen im Zusammenhang mit dem Foxconn-Projekt als einen Grund für die Zurückhaltung von Details – eine vollständige Abrechnung blieb jedoch aus. Der Jurist Tom Kamenick, Gründer des Wisconsin Transparency Project, kritisierte die Verzögerungen bei der Bearbeitung der Informationsanfragen und forderte mehr Rechenschaftspflicht. Seit der Reise hat Missy Hughes ihren Posten bei der WEDC aufgegeben und ihre Kandidatur für das Gouverneuramt angekündigt. Unterdessen bestätigte Evers, nicht erneut anzutreten, was die Zukunft der wirtschaftspolitischen Führung des Bundesstaats ungewiss macht.

Die mangelnde Transparenz bei den Ausgaben der Handelmission vom April 2025 steht weiterhin in der Kritik. Ohne offizielle Stellungnahme aus dem Büro des Gouverneurs oder der WEDC bleiben Fragen zur Verwendung von Steuergeldern offen. Der ungelöste Fall fügt sich in einen weiteren politischen Wandel ein, da sowohl Evers als auch Hughes ihre aktuellen Ämter bald verlassen werden.