Wie die WM 2024 Büros in skurrile Wettarenen verwandelt
Halle 4 hat sich während der FIFA-Weltmeisterschaft in ein lebendiges Wettbüro verwandelt. Kollegen wetten auf alles – von Spielausgängen bis hin zu Alltagsgegenständen –, und niemand nimmt sich während des Turniers frei.
Bei jedem Spiel werden über drei Dutzend Wetten abgeschlossen. Die Einsätze reichen vom Döner mit Hasan über einen vollen Tank Sprit mit Hans bis hin zu vier Sommerreifen von Nedim. Die Stakes sind hoch, und die Diskussionen werden hitzig geführt.
Die Versuche, den Spielausgang zu beeinflussen, nehmen mitunter skurrile Züge an. Beim Eröffnungsspiel Deutschlands gegen Curaçao bezahlte ein Mann seine Tochter mit 15 Euro, damit sie für einen Sieg betet. Die Mannschaft gewann mit 7:1, doch der Deutsche Fußball-Bund würdigte seine „Unterstützung“ nicht. Andere stritten darüber, ob Gebete überhaupt Siege herbeiführen könnten – schließlich habe noch nie eine besonders religiöse Nation die Weltmeisterschaft gewonnen.
Die Zweifel mehrten sich, als Franck Ribérys Verletzung folgte und Frankreich trotz aller Gebete verlor. Die Debatten gehen weiter, doch die Wetten fließen ungebremst.
Der Wettfieber zeigt keine Anzeichen von Abkühlung. Jedes Spiel bringt neue Wetten und frische Streitgespräche mit sich. Die WM hat Arbeitsplätze in lebhafte Zentren der Vorhersagen und des Glücksspiels verwandelt.
