Wasserstoff statt Diesel: Erste Rangierlok fährt emissionsfrei in Salzgitter
Janos PieperWasserstoff statt Diesel: Erste Rangierlok fährt emissionsfrei in Salzgitter
Bahnbrechendes Projekt in Salzgitter: Wasserstoff-Rangierlok erstmals im Einsatz
In Salzgitter ist es gelungen, eine dieselbetriebene Rangierlokomotive erfolgreich auf Wasserstoffantrieb umzurüsten – ein weltweites Novum, das einen wichtigen Schritt zur Reduzierung der Emissionen im Schienenverkehr darstellt. Das Vorhaben ist Teil einer größeren Initiative für sauberere Industrie- und Transportlösungen.
Die umgerüstete Lokomotive absolvierte ihre Jungfernfahrt in Salzgitter und bewies damit die Machbarkeit von wasserstoffbetriebenen Rangierfahrzeugen. Das mit 1,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen geförderte Projekt soll die Zuverlässigkeit der Lokomotive im täglichen Einsatz testen. Die Erprobungsphase in der Praxis läuft bis Oktober 2025; bis zum Herbst desselben Jahres soll die Lokomotive wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.
In Deutschland sind derzeit rund 1.000 dieselbetriebene Rangierloks im Einsatz, europaweit etwa 4.000. Bei einer flächendeckenden Umstellung könnte jede auf Wasserstoff umgerüstete Lokomotive in ihren verbleibenden 15 bis 20 Betriebsjahren bis zu 3.000 Tonnen CO₂ einsparen. Das Projekt passt zur Strategie der Salzgitter AG, die auf eine CO₂-arme Stahlproduktion und alternative Antriebssysteme für ihre Fahrzeugflotte setzt.
Obwohl für die nächsten fünf Jahre keine konkreten Ziele für weitere Umrüstungen festgelegt wurden, könnte das Pilotprojekt den Weg für eine breitere Einführung ebnen. Im Mittelpunkt steht zunächst der Nachweis, dass Wasserstoff für den Rangierbetrieb praxistauglich ist, bevor eine Skalierung in Betracht kommt.
Der erfolgreiche Testlauf beweist, dass Wasserstoff Diesel in Rangierloks ersetzen kann. Bei einer größeren Verbreitung könnte die Technologie die Emissionen im Schienenverkehr deutlich senken. Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden mitentscheiden, ob sich Wasserstoffantriebe künftig als Standardlösung für den industriellen Rangierbetrieb durchsetzen.