30 May 2026, 10:19

Warum internationale Absolventen in Deutschland dreimal bessere Jobchancen haben

International grads three times more likely to find work in Germany

Warum internationale Absolventen in Deutschland dreimal bessere Jobchancen haben

Internationale Absolventen deutscher Hochschulen finden deutlich leichter Jobs als Arbeitsmigranten

Eine neue Studie zeigt: Internationale Absolventen deutscher Universitäten haben dreimal bessere Chancen auf eine Festanstellung als Migranten, die ausschließlich zur Arbeit nach Deutschland kommen. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem, wie bestimmte akademische und berufliche Weichenstellungen ihre langfristigen Bleibeperspektiven in Deutschland deutlich verbessern.

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Besonders vorteilhaft erweisen sich Praktika, praxisnahe Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen oder fachbezogene Nebenjobs während des Studiums. Solche Erfahrungen steigern die Jobaussichten nach dem Abschluss spürbar. Dagegen haben es Absolventen, die aus finanzieller Not in branchenfremden Tätigkeiten arbeiten, deutlich schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Auch Deutschkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle. Selbst in englischsprachigen Positionen erhöhen gute Deutschkenntnisse die Einstellungschancen deutlich. Dennoch geben nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden an, dass ihr Studiengang verpflichtende Deutschkurse vorsieht.

Die Studie fördert zudem ein interessantes Phänomen zutage: Viele Absolventen, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, entscheiden sich um. 26 Prozent der Befragten blieben nach dem Berufseinstieg dauerhaft in Deutschland. Insgesamt zeigen internationale Studierende, die über den Bildungsweg einreisen, eine 1,6-fach höhere Bereitschaft, langfristig im Land zu bleiben, als andere Zuwanderergruppen.

Hochschulen reagieren mit gezielten Maßnahmen: Sie stärken die Verzahnung mit der Wirtschaft und bieten vermehrt Karrierevorbereitungen an, um den Übergang in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dieser Schub kommt zu einem kritischen Zeitpunkt – Deutschland leidet unter einem wachsenden Fachkräftemangel, besonders in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Über die Hälfte der internationalen Studierenden belegen genau diese Fächer. Aktuell fehlen hierzulande rund 148.500 MINT-Fachkräfte, und in den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich 1,85 Millionen weitere Arbeitskräfte den Markt verlassen.

Die Ergebnisse unterstreichen, wie wertvoll der Bildungsweg als Türöffner für Beschäftigung und langfristige Integration in Deutschland ist. Absolventen mit relevanter Berufserfahrung, Sprachkompetenz und Branchenkontakten finden deutlich leichter einen Job. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels könnten die Erkenntnisse künftige Strategien zur Anwerbung und Bindung internationaler Studierender prägen.

Quelle