20 March 2026, 14:20

WACKER Chemie kämpft mit Rekordverlust – doch Polysilizium bringt Hoffnung

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der von COVID-19 betroffenen US-Geschäfte zeigt, aufgeteilt nach Branche und Erholungsstatus, mit begleitendem Text, der die wirtschaftlichen Auswirkungen und Erholungsdaten zusammenfasst.

WACKER Chemie kämpft mit Rekordverlust – doch Polysilizium bringt Hoffnung

WACKER Chemie verzeichnet ein schwieriges Jahr 2025 mit rückläufigen Umsätzen und hohem Verlust

WACKER Chemie hat für das Jahr 2025 ein herausforderndes Geschäftsumfeld gemeldet: Der Umsatz sank um 4 % auf 5,49 Milliarden Euro. Zudem verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro, der vor allem auf Sonderbelastungen und Abschreibungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro zurückzuführen ist. Trotz dieser Rückschläge konnte der Konzern seine Position im Polysilizium-Markt für Halbleiter ausbauen.

Das Unternehmen hält nun einen globalen Marktanteil von 22 % – ein Anstieg von 15 % innerhalb von drei Jahren – und hat damit Wettbewerber wie die Tokuyama Corporation überholt. Dennoch belasteten hohe Energiekosten und geringere Absatzmengen die Gesamtperformance deutlich.

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Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) von WACKER brach 2025 um 43 % auf 427 Millionen Euro ein. Als Gründe nannte das Unternehmen gesunkene Verkaufspreise, nicht ausgelastete Produktionskapazitäten sowie anhaltend hohe Energiekosten in Deutschland. Infolgedessen wird für 2025 keine Dividendenzahlung vorgeschlagen.

Als Reaktion auf den finanziellen Druck startete WACKER im Oktober 2025 sein bisher größtes Sparprogramm mit dem Namen PACE. Ziel ist es, die jährlichen Produktions- und Verwaltungskosten um mehr als 300 Millionen Euro zu senken. Im Rahmen dieser Maßnahme sollen weltweit über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden, wobei der Großteil der Stellenstreichungen in Deutschland erfolgen wird.

Für 2026 erwartet das Unternehmen eine leichte Erholung und prognostiziert ein niedriges einstelliges Umsatzwachstum. Das EBITDA wird auf einen Korridor zwischen 550 Millionen und 700 Millionen Euro geschätzt. Allein für das erste Quartal rechnet WACKER mit einem Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro und einem EBITDA zwischen 140 und 160 Millionen Euro – und damit mit einer Übertreffung der Vorjahreswerte.

Besonders bemerkenswert ist der Aufstieg von WACKER im Polysilizium-Sektor: Innerhalb von drei Jahren stieg der Marktanteil von 15 % auf 22 %, womit das Unternehmen Tokuyama (nun bei 12 %) überholte und den Abstand zum Marktführer GCL-Poly (25 %) verringerte. Diese Entwicklung wurde durch Effizienzgewinne dank des Nawa-Sil-Verfahrens sowie erweiterte Produktionskapazitäten in Deutschland vorangetrieben. Langfristig setzt der Konzern auf Spezialprodukte, Halbleiteranwendungen und Biotech-Innovationen, um die Profitabilität wiederherzustellen.

WACKER Chemie durchlebt eine finanziell schwierige Phase, geprägt von Stellenabbau und einem deutlichen Nettoverlust. Dennoch deuten die gestärkte Marktposition im Polysilizium-Bereich und die umfassenden Kostensenkungsmaßnahmen auf Bemühungen hin, die Geschäftstätigkeit zu stabilisieren. Die Prognose für 2026 fällt vorsichtig optimistisch aus – mit moderatem Umsatzwachstum und verbesserten EBITDA-Erwartungen.

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