VW-Werk Osnabrück: Vom T-Roc Cabrio zur Produktion für Israels Iron Dome
Margret auch SchlauchinVW-Werk Osnabrück: Vom T-Roc Cabrio zur Produktion für Israels Iron Dome
Volkswagen verhandelt mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael über eine Umwidmung seines Werks in Osnabrück. Die Fabrik, in der derzeit der T-Roc Cabrio gefertigt wird, könnte künftig Komponenten für Rafaels Luftabwehrsystem Iron Dome produzieren. Mit dem Vorhaben sollen Arbeitsplätze gesichert und der wirtschaftlich angeschlagene Standort neu belebt werden – nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch Rheinmetall Anfang dieses Jahres.
Das Osnabrücker Werk beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter, doch seine Zukunft ist ungewiss. Der T-Roc Cabrio, das Hauptprodukt des Standorts, wird bis Mitte 2027 auslaufen, sodass die Fabrik ohne ein Kerngeschäft dastehen würde. Rheinmetall hatte geplant, das Werk in eine Produktion für gepanzerte Fahrzeuge umzuwandeln, zog sich jedoch im März 2025 aus den Verhandlungen zurück.
Rafael, einer der größten Rüstungskonzerne Israels mit einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro im Jahr 2024, sieht nun Potenzial in dem Standort. Das Unternehmen möchte dort schwere Lkw für das Iron-Dome-System fertigen – Fahrzeuge, die Raketen und Abschussrampen transportieren. Falls die Pläne umgesetzt werden, könnte die Produktion innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen und den Großteil, wenn nicht sogar alle aktuellen Arbeitsplätze retten.
Die deutsche Regierung unterstützt das Vorhaben, und Rafael hofft, das Iron-Dome-System an europäische Staaten verkaufen zu können. Das System hat sich bereits bewährt, zuletzt durch die Abwehr des Großteils der iranischen ballistischen Raketen, die auf Israel abgefeuert wurden. Rafael entschied sich für Deutschland wegen der hiesigen Ingenieurskunst und der israelFreundlichen Haltung – Osnabrück soll so zum strategischen Standort für europäische Rüstungsaufträge werden.
Der geplante Deal bietet dem Osnabrücker Werk eine Rettungsmöglichkeit nach VWs jüngsten finanziellen Problemen und dem Rückzug von Rheinmetall. Bei Erfolg würde die Fabrik von der Automobilproduktion auf Rüstungsgüter umstellen, Arbeitsplätze sichern und die wachsende Nachfrage nach Luftabwehrsystemen in Europa bedienen. Die ersten Komponenten für Iron Dome könnten bereits 2026 vom Band rollen.






