VW-Skandal erschüttert Konzern: Winterkorn wusste früher von Abgasbetrug als bekannt
Maximilian SchönlandVW-Skandal erschüttert Konzern: Winterkorn wusste früher von Abgasbetrug als bekannt
Der Abgasskandal von Volkswagen hat zu tiefgreifenden Führungswechseln und juristischen Ermittlungen geführt. Schlüsselfiguren wie der ehemalige Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn sehen sich Betrugs- und Marktmanipulationsvorwürfen ausgesetzt. Das Unternehmen durchläuft unter neuer Führung nun eine grundlegende Umstrukturierung.
Ein VW-Abgas-Spezialist hatte Winterkorn und Herbert Diess bereits am 27. Juli 2015 über die manipulierende Software informiert. Winterkorn wusste demnach mindestens zwei Monate vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Skandals im September 2015 von der Betrugssoftware, die in rund 11 Millionen Fahrzeugen weltweit Abgastests verfälschte.
Ferdinand Piëch, lange als Patriarch des Volkswagen-Konzerns gesehen, lag mit Winterkorn im Machtkampf. Nach dem Auffliegen des Skandals trat Winterkorn zurück. Matthias Müller übernahm daraufhin den Vorsitz und leitete eine Neuausrichtung des Unternehmens ein – mit Fokus auf E-Mobilität, digitale Dienstleistungen und autonomes Fahren.
Hans Dieter Pötsch folgte Piëch als Chef des VW-Aufsichtsrats nach. Sowohl Pötsch als auch Winterkorn werden nun wegen des Verdachts auf Marktmanipulation ermittelt. Wolfgang Porsche bleibt der prominenteste Vertreter des Porsche-Piëch-Clans im Unternehmen. Stephan Weil, der SPD-Ministerpräsident Niedersachsens, sitzt ebenfalls im Aufsichtsrat und dessen Präsidium.
Der Skandal hat Führung und Strategie von Volkswagen nachhaltig verändert. Die Ermittlungen gegen Winterkorn, Pötsch und andere laufen weiter. Unter Müllers Führung treibt das Unternehmen nun den technologischen Wandel voran.
