Verlage verklagen OpenAI und ChatGPT wegen Urheberrechtsverletzungen an Kinderbüchern
Elsa JunckVerlage verklagen OpenAI und ChatGPT wegen Urheberrechtsverletzungen an Kinderbüchern
Große Verlage und Medienunternehmen gehen rechtlich gegen KI-Anbieter wegen Urheberrechtsverletzungen vor. Im März 2026 reichten die Encyclopædia Britannica, Merriam-Webster, BMG und Chicken Soup for the Soul Klagen gegen Unternehmen wie OpenAI, Anthropic, Google, xAI und Meta ein. Die Fälle spiegeln die wachsenden Spannungen zwischen der Kreativbranche und den Entwicklern künstlicher Intelligenz wider.
Auch der Penguin Random House-Verlag hat sich dem Rechtsstreit angeschlossen. Der Verlag verklagt OpenAI und ChatGPT wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen an Ingo Siegners beliebter Kinderbuchreihe Der kleine Drache Kokosnuss. Der Konflikt begann, als Penguin Random House entdeckte, dass ChatGPT Texte und Illustrationen erzeugen konnte, die Siegners Originalwerken stark ähnelten. Der Verlag wirft OpenAI vor, die Bücher unrechtmäßig für das Training seiner KI-Modelle genutzt zu haben – effektiv geschütztes Material ohne Erlaubnis gespeichert und reproduziert zu haben. Carina Mathern, Verlegerin für Kinder- und Jugendbücher bei Penguin Random House, betonte, die Klage diene dem Schutz der Rechte von Schöpfern im Zeitalter der KI.
Für OpenAI ist dies nicht die erste juristische Niederlage. Bereits im November 2025 hatte das Landgericht München entschieden, dass das Unternehmen gegen das Urheberrecht verstoßen habe, indem es Songtexte ohne Genehmigung der GEMA nutzte. Die aktuelle Klage vergleicht KI-generierte Inhalte mit der unrechtmäßigen Speicherung und öffentlichen Verbreitung geschützter Werke.
Unterdessen ringt die Verlagsbranche mit der wachsenden Rolle von KI bei der Inhaltserstellung. Die Hachette Book Group zog kürzlich den Horrorroman Shy Girl vom Markt zurück, nachdem eine KI-Erkennungssoftware große Teile des Textes als maschinell generiert identifiziert hatte. Trotz der Bedenken nutzen viele Autor:innen mittlerweile Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini als Schreibhilfe. ChatGPT bietet Nutzer:innen sogar Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Selbstveröffentlichung KI-generierter Werke an.
Die Klagen markieren einen breiteren Vorstoß, klare Regeln für den Umgang mit KI und Urheberrecht zu schaffen. Verlage argumentieren, dass faire Bedingungen für Schöpfer:innen gewahrt bleiben müssen, während die Technologie voranschreitet. Die anstehenden Verfahren werden zeigen, inwieweit KI-Entwickler bestehende Werke rechtmäßig für das Training ihrer Systeme nutzen dürfen.






