31 May 2026, 06:18

Tim Raue blickt auf seine brutale Zeit bei den "36 Boys" zurück

Promi-Koch Raue: Mein ganzer K├Ârper schreit: Lauf, Lauf, Lauf!

Tim Raue blickt auf seine brutale Zeit bei den "36 Boys" zurück

Sternkoch Tim Raue stand in seiner Jugend vor einer ganz anderen Art von Herausforderung. Zwischen seinem 14. und 16. Lebensjahr gehörte er den „36 Boys“ an, einer Straßenbande in Berlin-Kreuzberg. Seine Zeit dort war geprägt von gewaltsamen Aufnahmeritualen und Auseinandersetzungen mit verfeindeten Gruppen – Erlebnisse, auf die er heute mit veränderter Perspektive zurückblickt.

Der Beitritt zu den „36 Boys“ verlangte eine brutale Prüfung: Neue Mitglieder mussten sich drei Minuten lang gleichzeitig gegen zwei Bandenmitglieder behaupten. Raue hielt die volle Zeit nicht durch, gab aber trotz der Schläge nicht auf. Eine Narbe aus diesem Kampf ist bis heute sichtbar.

Die Bande entstand aus dem Verlangen nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Doch das Leben auf Kreuzbergs Straßen war hart, mit häufigen Kämpfen gegen rivalisierende Gruppen. Oft in Unterzahl – zwei zu eins –, stellten sich die „36 Boys“ trotzdem zur Wehr. Raue gibt zu, dass er manchmal fliehen wollte, sich aber zwang, standzuhalten: Wer Angst zeigte, verlor den Respekt der anderen.

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Der Journalist Paul Christoph Gäbler hat diese Erlebnisse später in einem Buch über die Bande dokumentiert. Raue, der sich heute gegen Gewalt engagiert, versteht noch immer die Denkweise, die ihn damals in den Kämpfen hielt. Rückzug kam für ihn nicht infrage.

Seine Zeit bei den „36 Boys“ hinterließ sowohl körperliche als auch seelische Spuren. Seine Geschichte, festgehalten in Gäblers Buch, bietet einen schonungslosen Einblick in das Bandenleben des Berlin der 1980er-Jahre. Heute lehnt Raue Gewalt ab, doch er erkennt an, wie stark damals das Bedürfnis nach Akzeptanz seine Entscheidungen prägte.

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