Thyssenkrupp-Aktie bricht auf Rekordtief ein – Ölpreise und Importe belasten den Konzern
Maximilian SchönlandThyssenkrupp-Aktie bricht auf Rekordtief ein – Ölpreise und Importe belasten den Konzern
Aktie von Thyssenkrupp stürzt auf neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro
Der Kursrutsch kommt, da steigende Ölpreise und billige Importe die Gewinne des Konzerns belasten. Innerhalb von nur 30 Tagen haben Anleger mitverfolgt, wie die Aktie um fast ein Drittel an Wert verlor.
Die Probleme des Industriegiganten verschärften sich, als die Ölpreise in die Höhe schossen und die Energiekosten für die Stahlproduktion in die Höhe trieben. Mit Brent-Öl bei rund 113 US-Dollar pro Fass und OPEC-Öl bei 143 Dollar bleibt der globale Markt mit einem täglichen Defizit von etwa 11 Millionen Barrel unterversorgt. Diese Entwicklungen zwangen Thyssenkrupp zu Produktionskürzungen am französischen Standort – eine zusätzliche Belastung für die ohnehin angespannte Finanzlage.
Mittlerweile notiert die Aktie fast 44 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch von 13,24 Euro. Analysten der Raiffeisen Bank reagierten mit einer Herabstufung ihrer Wachstumsprognose für 2026 und verweisen auf die schwierigen Aussichten für zyklische Industriewerte. Unterdessen äußerte Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am geplanten Kohleausstieg Deutschlands bis 2038. Die Versorgungssicherheit für Industriebetriebe wie Thyssenkrupp müsse Vorrang haben, argumentierte er.
Um die Krise abzumildern, bereitet die Bundesregierung ein Entlastungspaket für Spritpreise vor. Zudem sollen Teile der nationalen Ölreserven freigegeben werden, um die Kosten zu stabilisieren. Doch solange die Ölpreise nicht sinken und der Importdruck anhält, wird die Thyssenkrupp-Aktie voraussichtlich weiter unter starkem Druck stehen.
Der Konzern kämpft gegen steigende Energieausgaben und wachsende Konkurrenz durch günstige Importe an. Ohne eine Trendwende am Markt dürften sich die finanziellen Schwierigkeiten fortsetzen. Anleger und Politiker beobachten nun genau, ob sich Entlastung abzeichnet.






