Streikwelle im öffentlichen Dienst: ver.di ruft in Niedersachsen und Bremen zur Arbeitsniederlegung auf
Elsa JunckStreikwelle im öffentlichen Dienst: ver.di ruft in Niedersachsen und Bremen zur Arbeitsniederlegung auf
Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Niedersachsen und Bremen bereiten Streiks vor
Arbeitnehmer:innen im öffentlichen Sektor in Niedersachsen und Bremen rüsten sich für Streiks in dieser Woche. Die Gewerkschaft ver.di hat nach monatelangen Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern der Bundesländer zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Gefordert werden höhere Löhne, bessere Bedingungen für Berufsanfänger:innen sowie verbesserte Schichtzuschläge für über 284.000 Beschäftigte in beiden Regionen.
Die Gespräche zwischen der Gewerkschaft und den Landesarbeitgebern fanden in drei Runden statt, zuletzt im Januar. Da keine Einigung erzielt wurde, kommt es nun zu geplanten Arbeitskampfmaßnahmen. Betroffen sein werden zentrale Dienstleistungen, darunter die beiden Universitätskliniken in Niedersachsen, die Straßenbauverwaltungen der Länder, der Hafenbetreiber NPorts sowie Hochschulen und Bildungseinrichtungen.
Kernforderungen der Gewerkschaft ver.di verlangt eine monatliche Lohnerhöhung von 7 Prozent für alle Beschäftigten, mindestens jedoch 300 Euro mehr für die niedrigsten Einkommensgruppen. Für Berufseinsteiger:innen fordert die Gewerkschaft zusätzlich 200 Euro im Monat sowie die Garantie auf unbefristete Verträge nach der Ausbildung. Studierende in Teilzeitstellen sollen künftig einen gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Zudem strebt ver.di eine Erhöhung der Schicht- und Überstundenzuschläge um 20 Prozentpunkte an und pocht auf eine Laufzeit von zwölf Monaten für den neuen Tarifvertrag TV-L.
Protestaktion in Bremen In Bremen beginnt um 9:00 Uhr eine Kundgebung auf der Bürgerweide mit Reden und einem Demonstrationszug. Die Teilnehmenden werden sich bis 11:45 Uhr vor der Finanzbehörde des Senats versammeln, um für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.
Die Streiks werden den öffentlichen Dienst in beiden Bundesländern beeinträchtigen – betroffen sind unter anderem Krankenhäuser, der Verkehr und der Bildungsbereich. Da die Verhandlungen feststecken, könnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen, falls kein Kompromiss gefunden wird. Die Forderungen der Gewerkschaft umfassen neben Lohnerhöhungen auch mehr Jobsecurity sowie verbesserte Konditionen für Teilzeit- und Schichtkräfte.