Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur der 1960er wurde
1966 brachte die DDR mit Steffi ihre eigene Modepuppe für Teenager auf den Markt – als heimische Alternative zu Barbie und Petra. Schnell entwickelte sie sich zu einem kulturellen Symbol. Ihr markantes Design und die hochwertige Verarbeitung hoben sie von westlichen Konkurrentinnen ab.
Entworfen wurde Steffi von der Designerin Margot Schmied, die die Puppe nach ihrer eigenen Tochter benannte. Gefertigt wurde sie im staatlichen VEB Puppenfabrik Biggi in Waltershausen, einer Stadt im Thüringer Wald, der einst das Zentrum des DDR-Puppenbaus war. Die Fabrik exportierte Steffi häufig und bescherte dem Land so wertvolle Deviseneinnahmen.
Ihr Aussehen spiegelte die Modetrends der 1960er wider. Im Gegensatz zu Barbies zarten Zügen wirkte Steffi erwachsener und damenhafter: mit kräftigem Eyeliner und grünlich-blauem Lidschatten. Ihre Haare waren zu einer voluminösen Hochsteckfrisur gestylt, gefertigt aus hochwertigen, knitterfreien Synthetikfasern. Frühere Versionen gab es zudem in verschiedenen Hauttönen – ein Fortschritt gegenüber Barbie in puncto rassischer Repräsentation.
Original-Steffi-Puppen erreichen heute je nach Zustand und Ausstattung Preise zwischen 20 und 200 Euro. Die spätere Steffi LOVE, die 1987 von der Simba-Dickie-Gruppe auf den Markt kam, hat mit dem DDR-Original nichts zu tun.
Steffi bleibt ein sammelwürdiges Stück DDR-Geschichte. Ihr unverwechselbares Design und die frühe Vielfalt wecken noch Jahrzehnte später Interesse. Gut erhaltene Exemplare ziehen sowohl Puppenliebhaber als auch Historiker in ihren Bann.