Stadtwerke bleiben im Visier
Stadtwerke weiter im Fokus der Kartellbehörde
Gespräche mit Kartellamt noch nicht abgeschlossen – Gaspreise sinken zum Jahreswechsel
- November 2025, 10:36 Uhr
Schlagwörter: Industrie, Energie, Finanzen, Wirtschaft
Die Heidjer Stadtwerke senken zum Jahr 2025 ihre Gaspreise um 1,19 Cent pro Kilowattstunde. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer Prüfung durch das Landesamt für Kartellrecht Niedersachsen, das untersucht, ob der Versorger in den Vorjahren unangemessen hohe Preise verlangt hat. Allein 2024 waren rund 300 Haushalte an den Grundversorgungstarif des Unternehmens gebunden.
Das Kartellamt hatte im September 2021 Ermittlungen gegen die Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen – die unter dem Namen Heidjer Stadtwerke firmieren – eingeleitet, nachdem der Verdacht auf überhöhte Preise zwischen September 2021 und August 2023 aufgekommen war. Stichproben ergaben, dass Heidjer in diesem Zeitraum zu den zwölf teuersten Grundversorgern für Gas in Niedersachsen zählte. Das Unternehmen weist Vorwürfe zurück und begründet die höheren Preise mit gestiegenen Beschaffungskosten.
Die Gespräche zwischen dem Kartellamt und Heidjer – sowie weiteren Versorgern – dauern noch an. Sollten die Ermittler einen Missbrauch bestätigen, könnten formelle Verfahren eingeleitet werden, die das Unternehmen zur Entschädigung betroffener Kunden verpflichten. Bis Dezember 2025 liegen jedoch keine öffentlichen Angaben zu möglichen Rückerstattungen oder bestätigten Fällen von Überberechnung vor.
Bundesweit haben 89 Grundversorger Preissenkungen für das neue Jahr angekündigt, wovon rund 700.000 Haushalte profitieren sollen. Alex Stewing, Vertriebsleiter bei Heidjer, führt die Preissenkung auf eine strategische Gasbeschaffung zurück. Trotz der laufenden Prüfung durch das Kartellamt erwartet er, dass die Strompreise stabil bleiben.
Die Preisanpassung tritt 2025 in Kraft und betrifft den variablen Gastarif in allen Verträgen. Da das Kartellamt seine Untersuchungen noch nicht abgeschlossen hat, bleibt ungewiss, ob betroffene Kunden der Vergangenheit eine Entschädigung erhalten. Für die rund 300 Haushalte im Grundversorgungstarif von Heidjer sinken die Rechnungen jedoch in den kommenden Monaten.