Spritpreise explodieren: Warum Pendler und Industrie jetzt um ihre Existenz kämpfen
Janos PieperSpritpreise explodieren: Warum Pendler und Industrie jetzt um ihre Existenz kämpfen
Spritpreise in Deutschland schnellen erneut in die Höhe – Gewerkschaften und Industrie schlagen Alarm
Die Spritpreise in Deutschland sind erneut stark angestiegen und belasten Verbraucher sowie Unternehmen schwer. Die IG Metall in Niedersachsen warnt vor explodierenden Kosten und fordert dringend Maßnahmen, um Pendler und energieintensive Betriebe zu entlasten. Die jüngsten Spannungen im Nahen Osten haben den Ölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel getrieben – Benzin und Diesel sind teurer denn je.
Seit Ende Februar 2026 klettern die Spritpreise in Deutschland rasant. Der Konflikt im Iran, der am 28. Februar eskalierte, unterbrach die Öllieferungen durch die Straße von Hormus und ließ die Rohölpreise um 16 Prozent in die Höhe schnellen. Superbenzin kostet mittlerweile über 200 Cent pro Liter und übertrifft damit sogar den bisherigen Rekord von 192,6 Cent aus dem Jahr 2022 während des Ukraine-Kriegs. Auch Diesel folgt diesem Trend und verschärft die finanzielle Belastung weiter.
Fast die Hälfte des Preises an der Zapfsäule besteht aus Steuern – Mehrwertsteuer und Ökosteuern treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe. Doch der jüngste Preisschub ist vor allem auf die geopolitische Instabilität zurückzuführen, nicht auf nationale Politik. Bereits seit 2021 stiegen die Rohölpreise an, bevor die Iran-Krise sie schließlich über die Schwelle von 100 Dollar trieb.
Die IG Metall warnt, dass Millionen Beschäftigte in Niedersachsen nun mit kaum noch tragbaren Pendlerkosten konfrontiert sind. Viele sind auf das Auto angewiesen, da die Region über weitläufige Pendlergürtel verfügt und Alternativen oft fehlen. Die Gewerkschaft fordert höhere Pendlerpauschalen, ein einheitliches Mobilitätsgeld sowie eine einmalige Energiepreishilfe, um die Belastung abzufedern.
Doch nicht nur der Verkehr bereitet Sorgen: Auch die deutsche Industrie steht unter Druck. Energieintensive Unternehmen kämpfen mit hohen Strompreisen, weshalb die IG Metall einen neuen Industrie-Stromtarif fordert. Zudem pocht die Gewerkschaft auf strengere Regeln für die Gewinne der Ölkonzerne und eine Stärkung der heimischen Produktion, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Der aktuelle Preisschub bei Sprit verschärft die ohnehin schon hohe Belastung durch Energiepreise für Arbeitnehmer und Betriebe. Die Vorschläge der IG Metall zielen darauf ab, die Last durch Subventionen, Steueranpassungen und langfristige Abkehr von fossilen Energieträgern zu mildern. Ohne Gegenmaßnahmen, so die Warnung der Gewerkschaft, könnten Pendeln und industrielle Produktion bald noch unbezahlbarer werden.






