06 February 2026, 10:45

Smart Stores retten die Nahversorgung in Niedersachsens Dörfern – doch die Politik bremst

Ein Supermarkt-Innenraum mit verschiedenen Lebensmitteln auf den Regalen.

Intelligente Geschäfte als neue Hoffnung für lokale Versorgung - Smart Stores retten die Nahversorgung in Niedersachsens Dörfern – doch die Politik bremst

Digitale Mini-Supermärkte, auch Smart Stores genannt, verbreiten sich in ländlichen Regionen Niedersachsens. Mit mittlerweile rund 90 Standorten füllen diese automatisierten Läden die Lücken, die durch den Rückgang traditioneller Lebensmittelgeschäfte entstehen. Branchenvertreter fordern klarere Regelungen, um ihr Wachstum in den Bundesländern zu fördern.

Smart Stores entstehen vor allem in Gebieten, in denen klassische Supermärkte kaum noch rentabel arbeiten. Mit meist nicht mehr als 500 Quadratmetern Fläche kommen sie mit minimalem Personal aus und bieten flexible Öffnungszeiten – oft rund um die Uhr. Der Großteil dieser Filialen wird von Tante Enso betrieben, das sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit den größten Marktanteil hält.

Einige Standorte erweitern ihr Angebot über Lebensmittel hinaus und bieten Zusatzdienste wie Geldautomaten, Poststellen oder Telemedizin an. Dadurch entwickeln sie sich zu kleinen Nahversorgungszentren, insbesondere in unterversorgten Regionen. Monika Scherf, Geschäftsführerin des IHKN, bezeichnet diese Läden als "entscheidend, um die Grundversorgung in ländlichen Gemeinden aufrechtzuerhalten".

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Smart Stores variieren jedoch von Bundesland zu Bundesland. Thüringen und Baden-Württemberg haben bereits ihre Ladenschlussgesetze angepasst, um ländliche Mini-Märkte zu unterstützen. In Niedersachsen wird derzeit ein Gesetzesentwurf diskutiert, der unter anderem Sonntagsöffnungen vorschlägt. Die Industrie- und Handelskammern drängen die Landesregierung nun, unkomplizierte und bürokratiearme Regelungen zu schaffen, um die Verbreitung in Deutschland zu beschleunigen.

Der Aufstieg der Smart Stores fällt in eine Zeit, in der die Zahl traditioneller Lebensmittelgeschäfte bundesweit weiter sinkt. Die automatisierten Läden bieten eine Lösung für Regionen mit eingeschränktem Zugang zu Lebensmitteln und Dienstleistungen. Ihre weitere Entwicklung hängt jedoch von klaren rechtlichen Vorgaben und der fortlaufenden Unterstützung lokaler Behörden in den Bundesländern ab.