Schweitzer fordert Merz zum Handeln für die kriselnde Chemieindustrie auf
Janos PieperSchweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemische Dialog - Schweitzer fordert Merz zum Handeln für die kriselnde Chemieindustrie auf
Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundeskanzler Friedrich Merz zu entschlossenerem Handeln aufgefordert, um die angeschlagene deutsche Chemieindustrie zu stärken. In einem scharf formulierten Schreiben kritisierte Schweitzer Verzögerungen bei zentralen Regierungsvorhaben und warnte, dass Untätigkeit Unternehmen und Pendler teuer zu stehen komme.
In seinem Brief richtete sich Schweitzer gegen die zögerliche Reaktion der Bundesregierung auf die steigenden Spritpreise, die seiner Ansicht nach Pendler und kleine Betriebe mit "unverschämten Kosten" belasteten. Zudem prangerte er an, dass es trotz interner Einigkeit in der Koalition über die Notwendigkeit von Reformen weiterhin Stockungen bei der Neuregelung der Industrie-Strompreise gebe.
Der SPD-Vorsitzende übt zudem scharfe Kritik am mangelnden Fortschritt im Chemie-Dialog der Regierung. Zwar habe die Koalition versprochen, Deutschland zum führenden Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie in Europa zu machen – doch Schweitzer wirft der Bundesregierung vor, dieses Versprechen nicht einzulösen.
Auch Vertreter der Industrie schlossen sich der Kritik an und verwiesen auf anhaltende Lieferkettenstörungen durch den Iran-Konflikt sowie stark gestiegene Rohstoffkosten im Bausektor. Diese Herausforderungen verschärften den Druck auf Hersteller, die ohnehin schon mit hohen Energiekosten zu kämpfen hätten.
Schweitzers Appell erfolgt vor dem Hintergrund einer wachsenden Unzufriedenheit mit der Energie- und Industriepolitik der Regierung. Ohne klarere Eingriffe des Bundes könnten Unternehmen der Chemiebranche weiterhin unter massiver finanzieller Belastung leiden. Der Brief erhöht nun den Druck auf Kanzler Merz, die Unterstützung für den Sektor zügig auszubauen.






