Schulgewalt und Cybermobbing: AfD-Anträge entfachen hitzige Debatte über Ursachen und Lösungen
Elsa JunckSchulgewalt und Cybermobbing: AfD-Anträge entfachen hitzige Debatte über Ursachen und Lösungen
In Deutschland ist eine hitzige Debatte über steigende Gewalt und Mobbing an Schulen entbrannt. Auslöser war die Einbringung zweier Anträge durch die rechtspopulistische AfD, die eine strengere Erfassung von Vorfällen und Maßnahmen gegen religiös motivierte Angriffe fordert. Fast jeder fünfte Schüler ist mittlerweile von Cybermobbing betroffen, während Polizeistatistiken einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Zwischenfälle bundesweit zeigen.
Die Vorstöße der AfD lösten scharfe Reaktionen bei anderen Parteien aus. Die stellvertretende Vorsitzende Beatrix von Storch machte "massive Probleme mit Migration" für die Zunahme der Gewalt verantwortlich. Saskia Esken, SPD-Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, wies jeden Zusammenhang zwischen Migration und Schulgewalt zurück. Zwar räumte sie ein, dass Mobbing und Aggressionen zugenommen hätten, warf der AfD jedoch vor, die Problematik zu vereinfachen.
Auch Vertreter von Union, Grünen und Linken kritisierten den Ansatz der AfD. Sie erkannten zwar das wachsende Problem der Schulgewalt an, betonten jedoch, dass Konflikte oft dann eskalierten, wenn Schülern Fähigkeiten zur Konfliktlösung fehlten. Trotz der unterschiedlichen Standpunkte waren sich alle Parteien in einem Punkt einig: Die Anträge sollen in die zuständigen Ausschüsse überwiesen werden, um sie dort eingehend zu prüfen.
Polizeiliche Erhebungen bestätigen die Sorgen vor einer Zuspitzung der Gewalt. In jedem Bundesland ist die Zahl der gemeldeten gewalttätigen Vorfälle deutlich gestiegen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass fast 20 Prozent der deutschen Schüler von Cybermobbing betroffen sind – ein Indiz für die Dimension der Herausforderungen, vor denen Schulen heute stehen.
Die Anträge werden nun in den parlamentarischen Ausschüssen beraten. Abgeordnete mehrerer Parteien fordern eine bessere Vermittlung von Konfliktlösungsstrategien an Schulen. Die Debatte hat die Dringlichkeit unterstrichen, sowohl physischem als auch digitalem Mobbing in ganz Deutschland entschlossen entgegenzutreten.






