Schülerprojekt enthüllt vergessene NS-Geschichte rund um das VfL-Stadion Osnabrück
Margret auch SchlauchinSchülerprojekt enthüllt vergessene NS-Geschichte rund um das VfL-Stadion Osnabrück
Ein neuer digitaler Rundgang erkundet die NS-Zeit rund um das Stadion Bremer Brücke des VfL Osnabrück. Entwickelt von zwölf Schülerinnen und Schülern der Ursulaschule Osnabrück, verbindet das Projekt den lokalen Fußball mit den Ungerechtigkeiten der 1930er- und 1940er-Jahre. Die Initiative HistoryTrail – Spuren der NS-Zeit rund um das Stadion Bremer Brücke will vor allem junge Menschen durch persönliche Schicksale und historische Orte ansprechen.
Der Rundgang entstand im Rahmen von Rot gegen das Vergessen – Wege des Erinnerns schaffen, einem Projekt mit Pädagoginnen und Pädagogen, Historikerinnen und Historikern sowie lokalen Organisationen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten mit dem VfL-Museum, der Initiative VfL Bündnis Tradition lebt von Erinnerung, dem Büro für Friedenspolitik der Stadt Osnabrück und Fangruppen zusammen, um die Vergangenheit des Stadions aufzuarbeiten.
Startpunkt ist das VfL-Stadion; die Route umfasst acht Stationen, die jeweils mit historischen Fotos und Audioerklärungen versehen sind. Die Themen reichen von der instrumentalisierten Sportpropaganda der Nationalsozialisten bis zur Verfolgung von Martha Müller, einer Osnabrücker Frau, die vom Regime ins Visier genommen wurde. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Egon Kuhn, einer Persönlichkeit, die sich der NS-Ideologie verschrieb. Gefördert wurde das Projekt von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" (EVZ) sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Die Umsetzung erfolgte im Rahmen des Programms YOUTH erinnert – lokal & engagiert, um die bildungspolitische Reichweite zu sichern.
Der Rundgang steht nun allen Interessierten offen, die sich mit der verborgenen Geschichte des Stadions auseinandersetzen möchten. Durch lokale Geschichten und interaktive Elemente schafft er eine direkte Verbindung zwischen Fußball und der NS-Zeit. Die Initiatorinnen und Initiatoren hoffen, dass das Projekt zu einer weiteren Auseinandersetzung mit dieser Epoche anregt.