Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher auf dem Land endlich schließen
Maximilian SchönlandSatelliten sollen Deutschlands Funklöcher auf dem Land endlich schließen
Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um Lücken in der mobilen Netzabdeckung auf dem Land zu schließen. Neue Partnerschaften und Testprojekte sollen für zuverlässige Verbindungen in abgelegenen Regionen sorgen, wo herkömmliche Netze an ihre Grenzen stoßen. Sowohl europäische als auch US-amerikanische Anbieter liefern sich derzeit ein Wettrennen um die Erweiterung ihrer Reichweite aus dem All.
Die Deutsche Telekom kooperiert mit SpaceX-Starlink, um ab 2028 Mobilfunkempfang in schwer zugänglichen Gebieten anzubieten. Das Abkommen sieht vor, Starlinks Satellitennetzwerk zu nutzen, um Versorgungslücken zu schließen, die durch irdische Funkmasten entstehen. Unterdessen arbeitet Vodafone mit AST SpaceMobile an einem ähnlichen Vorhaben – ein konkreter Starttermin für Deutschland steht jedoch noch aus.
O2 Telefónica geht einen anderen Weg und setzt auf eine Partnerschaft mit dem europäischen Unternehmen OQ Technology. Ab Anfang 2027 sollen in Mecklenburg-Vorpommern, einer der am schlechtesten angebundenen Regionen Deutschlands, erste Tests laufen. OQ Technology, das seine Betriebsabläufe und Cloud-Dienste vollständig in Europa ansiedelt, plant bereits für 2023 den Start einer neuen Satellitengeneration, die bidirektionale Kommunikation ermöglicht.
Doch die Pläne des Unternehmens gehen noch weiter: Bis Ende 2027 sollen 48 Satelliten im Orbit sein, die alle 30 Minuten eine Aktualisierung der Netzabdeckung ermöglichen. Ein vollständiges Netzwerk aus 150 Satelliten ist zwischen 2028 und 2029 vorgesehen – damit ließen sich auch datenintensive Anwendungen ohne Unterbrechung nutzen. Die Satellitenverbindungen sollen dabei keine Mobilfunknetze ersetzen, sondern als Backup dienen, um selbst in Notfällen oder bei Naturkatastrophen stabile Signale zu gewährleisten.
Der Vorstoß in Richtung satellitengestützter Mobilfunk bedeutet weniger Funklöcher und eine zuverlässigere Kommunikation in ganz Deutschland. Da sowohl US-amerikanische als auch europäische Anbieter Lösungen vorantreiben, könnten ländliche Regionen bald über eine ähnliche Konnektivität verfügen wie Ballungsräume. Die ersten Tests und Dienste sollen in den kommenden Jahren an den Start gehen.






