04 February 2026, 14:57

Revolutionäre Mikroskope sollen Brücken und Gebäude in Echtzeit überwachen

Mehrere Gebäude mit Lichtern, eine Brücke über Wasser und zusätzliche Lichter unter einem Nachthimmel.

Revolutionäre Mikroskope sollen Brücken und Gebäude in Echtzeit überwachen

Ein neues Forschungsprojekt soll die Art und Weise revolutionieren, wie Ingenieure Brücken, Staudämme und Gebäude überprüfen. Unter dem Namen TotalScope setzt die Initiative auf kostengünstige, tragbare Mikroskope, um winzige strukturelle Veränderungen in Echtzeit zu erfassen. Das auf 24 Monate angelegte Projekt startete Anfang 2025 mit Förderung durch europäische und nationale Forschungsinstitutionen.

Die Technische Universität Braunschweig leitet das Vorhaben, das sich auf LED-basierte Messwerkzeuge konzentriert. Kernstück ist ein kompaktes Mikroskop, das dreidimensionale Verschiebungen mit Mikrometer-Präzision erkennt. Statt sperriger Geräte kommt ein Netzwerk aus Mikro-LEDs zur Beleuchtung zum Einsatz, während ein Fotodiode Bewegungen aufzeichnet.

Die Technologie soll die Inspektionskosten senken und gleichzeitig die Genauigkeit erhöhen. Durch die Anbindung an Industrielle Internet-of-Things-Systeme (IIoT) können die Daten sofort an Überwachungsteams übertragen werden. Die Mikroskope benötigen zudem sehr wenig Energie und Wartung, was sie für den Langzeiteinsatz praxistauglich macht.

Zwei Start-ups unterstützen die Markteinführung des Geräts: QubeDot liefert maßgefertigte Mikro-LED-Komponenten, während Worldsensing SL sein Know-how in der großflächigen Infrastrukturüberwachung einbringt. Die Finanzierung stammt aus dem Eurostars-Programm, mit zusätzlicher Förderung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Deutschland und die spanische CDTI-Agentur.

Ziel des TotalScope-Projekts ist es, teure und personalintensive Inspektionen durch ein schnelleres und präziseres Verfahren zu ersetzen. Bei Erfolg könnten die LED-basierten Mikroskope zum Standardwerkzeug für die Überwachung kritischer Infrastruktur werden. Die Entwicklung und Erprobung soll bis Anfang 2027 abgeschlossen sein.