Reutlinger Polizei kooperiert mit Gedenkstätte für NS-Aufarbeitung
Margret auch SchlauchinReutlinger Polizei kooperiert mit Gedenkstätte für NS-Aufarbeitung
Neue Partnerschaft vertieft Wissen über NS-Geschichte bei Polizist:innen
Am 18. März 2026 haben das Polizeipräsidium Reutlingen und die Initiative Gedenkstätte Friedhof X eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um das Verständnis für die NS-Zeit unter Beamt:innen zu fördern. Das Projekt zielt darauf ab, durch Bildung und historische Aufarbeitung Demokratie, Toleranz und interkulturelles Lernen in der Polizei zu stärken.
Die Zusammenarbeit ist Teil des landesweiten Polizeiprojekts "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz", das 2024 ins Leben gerufen wurde. Fünf speziell geschulte "strategische Pat:innen" beim Polizeipräsidium Reutlingen werden künftig Angebote für alle Mitarbeiter:innen koordinieren – darunter Führungen durch die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus", Gastvorträge sowie Besuche an historischen Orten, die mit der NS-Verfolgung verbunden sind.
Die Ausstellung thematisiert die Verstrickung von Anatom:innen der Eberhard Karls Universität Tübingen in das NS-Regime. Professorin Dr. Benigna Schön Hagen, Leiterin der Initiative Gedenkstätte Friedhof X, dankte der Polizei für ihre Unterstützung, die es ermöglicht, die Ausstellung über 2027 hinaus zu verlängern. Polizeipräsident Udo Vogel betonte die Bedeutung solcher Besuche als "unverzichtbaren Bestandteil politischer Bildung" und mahnte, sie erinnerten an die Gefahren, wenn der Rechtsstaat ausgehebelt werde.
Seit dem Start des Projekts 2024 hat in Baden-Württemberg keine andere Polizeidienststelle eine vergleichbare Partnerschaft mit einer Gedenkstätte geschlossen. Die Reutlinger Kooperation ist damit die erste ihrer Art in der Region.
Die Initiative bietet Polizist:innen in Reutlingen regelmäßig Zugang zu historischer Bildungsarbeit. Durch Ausstellungen, Vorträge und Ortsbegehungen soll das Programm demokratische Werte im Polizeialltag nachhaltig verankern. Zudem sichert die Partnerschaft den Fortbestand der Ausstellung "Grenzenlose Anatomie" für die Öffentlichkeit in den kommenden Jahren.






